Mehr Taten - mehr ertappte Täter

Mehr Taten - mehr ertappte Täter

Sehr aktive Betrüger und Internet-Gauner haben die Kriminalstatistik 2009 der Polizei Schweich mitgeprägt. Ein fast 21-prozentiger Anstieg aller Straftaten geht im Wesentlichen auf ihr Konto. Die Zahlen der übrigen Delikte stiegen nur leicht oder blieben konstant. Die Aufklärungsquote der Schweicher Beamten ist hoch.

Schweich. Misstrauisch beobachten viele Bürger die Entwicklung bei den Körperverletzungsdelikten - diese Taten werden stets als besondere Bedrohung empfunden. Die Polizeiinspektion (PI) Schweich verzeichnete 2009 nur einen leichten Anstieg der Körperverletzungen von 309 auf 327 Fälle. Die hohe Aufklärungsquote des Vorjahres konnte gehalten werden - sie beträgt 97,2 Prozent. Dieter Wiegandt, stellvertretender PI-Leiter, führt dies auf oft bestehende persönliche Beziehungen zwischen Täter und Opfer zurück.

Eher zu sorglos stehen viele Bürger einem Phänomen des Internet-Zeitalters gegenüber: Immer mehr Betrüger nutzen das Internet, um ihre Mitmenschen übers Ohr zu hauen. 2009 registrierten die Schweicher Beamten genau doppelt so viele Internet-Betrügereien als noch im Vorjahr: 2008 waren es 52 Fälle, 2009 schon 104. Meist warteten dabei Käufer vergeblich auf eine im Internet bestellte und bereits bezahlte Ware. In vielen Fällen wurde eine Ware geliefert, die in keiner Weise der Beschreibung und dem gezahlten Preis entsprach.

Wiegandt berichtet auch von einer inzwischen ermittelten Tätergruppe, die den umgekehrten Weg ging: Unter fiktiven Personalien orderten die Täter bei Versandhäusern in großem Umfang Waren und ließen sie an Scheinadressen liefern. Insgesamt 261 solcher Fälle wurden 2009 registriert (Vorjahr: 76 Fälle). Die Gesamtzahl der Betrugsfälle stieg damit von 128 auf 365.

Bei den einfachen Diebstählen (etwa Ladendiebstahl) registrierten die Schweicher im Jahr 2009 insgesamt 626 Fälle - 87 mehr als im Vorjahr (539). Speziell die Zahl der Ladendiebstähle stieg dabei von 132 auf 189 Fälle. Dieter Wiegandt erklärt diesen Zuwachs mit dem 2008 eingeführten "Täterwohnsitz-Prinzip" bei Jugendlichen.

Danach werden die Straftaten von Minderjährigen von der Polizeidienstelle am Wohnort des Täters bearbeitet. Wiegand: "Viele Ladendiebstähle, aber auch andere Taten von Jugendlichen tauchen demnach nur deshalb in unserer Statistik auf, weil die Täter im Bereich der PI Schweich wohnen." Die Taten seien aber oft gar nicht im Bereich der PI Schweich begangen worden.

Die Zahl der schweren Diebstähle (etwa Einbrüche, Autoaufbrüche) stieg von 264 Fällen im Jahr 2008 auf nunmehr 357. Die Aufklärungsquote lag 2009 bei 22,7 Prozent. Die in dieser Deliktgruppe enthaltenen Wohnungseinbrüche stiegen von 29 auf 49 Fälle.

Bei den Diebstählen von Mopeds und Motorrädern gab es eine leichte Zunahme von 62 auf 73 Fälle. Aber auch die Aufklärungsquote stieg von 29 auf 41 Prozent. Dabei konnte auch ein "bekannter" örtlicher Tatverdächtiger überführt werden. Er ist mittlerweile 18 Jahre alt und befindet sich seit einigen Wochen in Untersuchungshaft. Die Zahlen bei der Sachbeschädigung sind nahezu identisch zum Vorjahr (359), aktuell wurden 360 Vandalismustaten registriert.

2009 erfasste die PI Schweich insgesamt 39 Fälle des illegalen Drogenbesitzes (2008: zehn Fälle). Wiegandt: "Es handelt sich hierbei um Delikte, die bei Verkehrskontrollen festgestellt und in Schweich abschließend bearbeitet wurden, also um geringere Mengen."