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Mehring: Anke Schmitt neuer Schützenkönig der Bruderschaft St. Sebstianus

Vereine : Ein Königsschießen, spannender als jeder Krimi

Mit Anke Schmitt holt sich erneut eine Frau den Titel König der Schützenbruderschaft St. Sebastianus in Mehring. Doch die Nerven aller lagen blank.

Es ist langjähriger Brauch, dass die Schützenbruderschaft St. Sebastianus auf der hauseigenen Schießanlage den neuen König ausschießt. Den Eröffnungsschuss gaben Pastor Michael Meiser und Ortsbürgermeister Jürgen Kollmann auf den bunt bemalten Holzvogel ab. In einem Wettstreit maßen die Jugendlichen ihre Schusssicherheit bei einer Distanz von zehn Metern. Für Erwachsene stand das Ziel 50 Meter entfernt. Der erste Flügel fiel mit dem 105. Schuss, und Tobias Mayer wurde zweiter Junker. Ihm folgte Antonia Cordier beim 147. Schuss als erster Junker. Den Titel Schülerprinz holte sich Thorben Denzer mit dem 233. Schuss. Inzwischen standen bei den Erwachsenen der erste und zweite Ritter mit Markus Schmitt (219) und Sara Bohr (203) fest. Es wurde spannend. Nun sollte der König ausgeschossen werden. Acht Schützen beteiligten sich, die jeweils drei Schüsse in Folge abgaben. Trotz vieler guter Treffer blieb der Vogel standhaft. Es wurde ein langer Kampf, bei dem Tränen der Enttäuschung flossen, Nerven blank lagen. Mehrmals neigte sich der Vogelkörper zur Seite, aber er fiel nicht. So ging es weiter. Die Spannung war fast mit den Händen zu greifen, denn so lange hatte noch nie ein Königsschießen gedauert. Um 20.40 Uhr gelang es Anke Schmitt endlich, mit dem 218. Schuss den Holzvogel zum Absturz zu bringen. Es ist eine Besonderheit bei Schützen, dass auch eine Frau Schützenkönig heißt und nicht Schützenkönigin. Am ersten Wochenende im August steigt das Schützenfest auf dem Festplatz vor dem Kulturzentrum „Alte Schule“. Dabei verabschiedet sich der Schützenkönig des Jahres 2017/18, Jörgen Lonien. Am Sonntag wird Schützenkönig Anke Schmitt mit großem Gefolge der Schützenbruderschaften zu Hause abgeholt und zur Pfarrkirche St. Medardus in Mehring begleitet, wo im Hochamt die Krönungszeremonie stattfindet.