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„Meine Hilfe zählt“ – Damit Eltern eine Sorge weniger haben

Spendenaktion : Damit Eltern eine Sorge weniger haben

„Meine Hilfe zählt“: Der Verein Villa Kunterbunt Trier bittet um Spenden, damit seine Elternwohnung während der Corona-Krise finanziert werden kann.

Nach einem Verkehrs­unfall war für eine Familie aus Köln nichts mehr, wie es einmal war. Vater und Sohn waren schwer verletzt, die Mutter leicht. Wie schafft man dann den Spagat, wenn das eigene Kind im Trierer Mutterhaus um sein Leben kämpft und der Mann im Brüderkrankenhaus auf der Intensivstation liegt? Die Mutter zog gemeinsam mit ihrer Schwester in der Elternwohnung der Villa Kunterbunt ein, in Sichtweite zum Mutterhaus in der Innenstadt. So konnte sie in der der Nähe ihrer Lieben sein, musste in dieser Extremsituation nicht lange Autofahrten auf sich nehmen oder gar eine Wohnung anmieten. Auch eine Familie aus Armenien war aus dem Flugzeug gestiegen und schnurstracks zum Mutterhaus gefahren, damit der Tumor am Hals ihrer Tochter behandelt werden konnte. Die Eltern zogen in die 95-Quadratmeter-Wohnung ein. Kinderarzt Christoph Block könnte viele solch berührender Geschichten erzählen, die mit einem Verkehrsunfall oder der Diagnose einer schweren Erkrankung beginnen.

An diesem Dienstagvormittag – die Corona-Krise bestimmt seit rund vier Monaten das Leben in Deutschland – hatte Block hämatologische Sprechstunde. Mit fünf Familien hat er gesprochen, Ultraschall bei den Patienten gemacht, Herzfunktionen geprüft, Befunde durchgesehen. „Einen der Patienten, der heute Morgen in meiner Sprechstunde war, kenne ich seit 14 Jahren“, sagt Block. Un­ermüd­lich setzt er sich für die Gesundheit von Menschen von null bis 18 Jahren und für die Villa Kunterbunt ein.

Der froh klingende Name, ent­liehen aus einem der berühmtesten Kinderbücher der Welt, steht für das Zentrum zur Betreuung und Nachsorge von Kindern, die an Krebs oder chronisch erkrankt sind oder unter den Folgen eines Unfalls leiden. Block leitet das Nachsorgezentrum, ist stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer der Villa Kunterbunt Trier e.V. Der Verein sammelt Spenden, auch um den Zufluchtsort Elternwohnung, finanzieren zu können. Geschwister können dort ebenfalls wohnen.

Block blickt mit großer Sorge auf einen enormen Rückgang an Spenden während der Corona-Krise. „Durch die Pandemie sind dem Nachsorgezentrum aktuell fast vollständig die Spenden weggebrochen“, sagt der Mediziner. Doch jeder Euro ist wichtig, damit die Wohnung aus Wohnbereich, zwei Schlafzimmern und zwei Bädern finanziert werden kann. Der Verein hofft auf das Engagement der TV-Leserinnen und -Leser und hat das Projekt „Die Elternwohnung der ­Villa Kunterbunt in Zeiten von ­Corona 2020“ auf der Spendenplattform des Trierischen Volksfreunds eingestellt.

Der Verein benötigt aktuell 17 000 Euro, um die Wohnung weiter zu unterhalten und Familien zur Verfügung zu stellen. Genutzt werde sie ganz individuell, von einer Nacht bis zu einem halben Jahr, sagt Block. Die meisten Familien kämen aus dem Saar-Lor-Lux-Raum, die wenigsten aus Trier. Oder selten aus Köln, wie die Familie, die im Raum Trier schwer mit dem Auto verunglückt war. Oder aus Armenien, wenn es dort keine Hilfe für ein krebskrankes Kind gibt.

„Helfen Sie uns, dieses wichtige Teilprojekt des Nachsorgezentrums zu finanzieren“, appelliert der Geschäftsführer des Vereins Villa Kunterbunt e.V. an die Volksfreund-Leserinnen und -Leser. Wer dazu beitragen möchte, dass Familien, deren Kind schwer krank ist, eine Sorge weniger haben, kann unter der Nummer 81946 spenden.