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Meine Hilfe zählt - „Die MJC muss die Corona-Krise überstehen“

Spendenaktion : Meine Hilfe zählt - Die MJC Trier hilft Familien auch während der Corona-Krise

Die aktuelle Situation beutelt den gemeinnützigen Verein Jugendzentrum Mergener Hof in Trier enorm. Dabei ist die Arbeit dort wichtiger denn je.

Viele Familien sind wegen der Corona-Krise am Limit und fühlen sich vergessen: Die Trierer MJC hat Kinder und Familien im Blick. Kai Wichmann, Leiter des Jugendzentrums, sagt im Gespräch mit dem Volksfreund: „Wir haben beispielsweise 400 Miez-Kisten gepackt und an Familien in der Stadt verteilt.“ Was sind Miez-Kisten? Den Namen gibt ihnen der Verein:  Die Abkürzung MJC stand ursprünglich für die Marianische Jünglings-Congregation, heute steht der Buchstabe J für Jugend. Die Trierer sprechen aber von ihrer Miez. In den Kisten sind Spiel- und Bastelsachen – über Spenden finanziert.

Doch in dem Jugendzentrum in der Rindertanzstraße geht es um mehr als ums Werkeln mit Schere, Papier und Kleber oder ums Spielen: Vor der Corona-Pandemie aßen dort rund 70 Kinder zu Mittag, wurden beim Hausaufgabenmachen begleitet, sie konnten Freunde treffen, Freizeit sinnvoll verbringen und auf ein offenes Ohr vertrauen.

 Kai Wichmann ist Leiter des Jugendzentrums.
Kai Wichmann ist Leiter des Jugendzentrums. Foto: TV/Katja Bernardy

Seit Wochen ist einiges anders, aber das MJC-Team ist weiter für Kinder, Teenager und Familien da: Die Jugendberatungsstelle hat beispielsweise eine Familien-Hotline eingerichtet. Die Mitarbeiter halten Kontakt zu Familien, fragen nach, was diese brauchen. Und andersherum: Familien können sich Rat beim MJC-Team holen, das insgesamt aus 13 Pädagogen, Honorarkräften und Bundesfreiwilligendienstlern besteht. Laut Wichmann kommen täglich auch weiterhin zwölf Kinder und Jugendliche für ein paar Stunden ins Jugendzentrum, um im Wechsel in kleinen Gruppen Haus­aufgaben zu machen, zum Mittagessen, zum Quatschen und Spielen. „Wir halten natürlich Abstand und tragen Masken“, erläutert Wichmann. Spender mit Desinfektionsmitteln seien angebracht worden. Der leitende Pädagoge beobachtet, dass die Nerven in den Familien zunehmend blankliegen. „Die Kinder fordern immer mehr Aufmerksamkeit, wollen viel reden, sind teils auch lauter“, sagt er. „Ich gehe in die Miez Hausaufgaben machen“, sei für viele Schüler ein Aufhänger, mal zu Hause rauszukommen. Wer möchte, erhalte auch eine Eins-zu-eins-Betreuung.

Meine Hilfe zählt - „Die MJC muss die Corona-Krise überstehen“

Das Team ist stark für die Kinder – trotz der schweren Last, die sich im Hintergrund auftürmt: „Der Mergener Hof wird öffentlich bezuschusst, um die laufenden Personalkosten zu decken“, berichtet Wichmann. Dies reiche aber bei weitem nicht aus. Der Verein sei auf Mitgliedsbeiträge, Spenden und insbesondere auf Einnahmen durch Veranstaltungen angewiesen. Der Jugendzentrums-Leiter sagt: „Der Veranstaltungsbereich ist durch die Auswirkungen der Pandemie zum Erliegen gekommen. Einnahmen fehlen, und unser Verein gerät finanziell in Schieflage.“ Die Existenz des gemeinnützigen Vereins sei gefährdet, und so bittet Kai Wichmann um schnelle Hilfe für den Mergener Hof.

Auf „Meine Hilfe zählt“, der Spendenplattform des Trierischen Volksfreunds, hat der Verein das Projekt „Die MJC muss die Corona-Krise überstehen“ eingestellt. 15 000 Euro braucht der Verein. Über 1000 Euro wurden in den ersten Stunden bereits gespendet. Es fehlen noch 13 890 Euro.

Ein TV-Leser mit dem Nutzernamen Wolfgang R. schreibt auf der Internetseite von „Meine Hilfe zählt“ unter der Rubrik für aktuelle Stimmen: „Ich hoffe, dass es für die MJC weitergeht.“ Weiter appelliert dort jemand anonym an die Leser: „Bitte spendet jetzt!“ Darauf hoffen Wichmann und sein Team. „Damit wir die Lücke, die aufgrund der entgangenen Einnahmen aus dem Veranstaltungsbereich entstanden ist, füllen können und niemand entlassen werden muss.“

TV-Leser können unter der ­Nummer 80109 spenden – damit die Trierer Miez weiterhin für Kinder, Jugendliche und Familien da sein kann. Vor, während und nach der Corona-Krise.