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„Meine Hilfe zählt“ - erfolgreiches Projekt für Frauen in Ost­afrika

Spendenaktion : Mit Ziegenkäse raus aus der Armut

„Meine Hilfe zählt“: Wie aus einer Safari Freundschaft, ein Verein und ein erfolgreiches Projekt für Frauen in Ost­afrika wurde.

Serengeti, Kilimandscharo, Sansibar – daran denken wohl die meisten, wenn sie Tansania hören. Auf rund einer Million Quadratkilometern leben fast 60 Millionen Menschen im Osten Afrikas. Als Birgit, Ilona und Leif in den Flieger steigen, um zu einer Safari in Tansania aufzubrechen, ahnen sie noch nicht, dass sie bald gemeinsam ein beispielhaftes Projekt für Frauen starten werden. Das ist vier Jahre her, die Freundschaft und die Ziegenherde sind gewachsen, die Frauen in der Region Arusha in Tansania wissen nun mehr über die Aufzucht von Zicklein, über Melken und das Käse­machen.

 Birgit Kuhlmeier (rechts) hat vor der Corona-Pandemie die Region Arusha besucht.
Birgit Kuhlmeier (rechts) hat vor der Corona-Pandemie die Region Arusha besucht. Foto: Mbuzi Chizi Ostafrika e.V.

Aber von vorne: Während der Safari im Osten Afrikas war der Triererin Birgit Kuhlmeier und den beiden Mitreisenden aus Mainz aufgefallen, dass es dort von Ziegen wimmelt. Sie hätten sofort an Ziegenkäse gedacht, schreibt Birgit Kuhlmeier auf der Website des Vereins, den sie lange nach der Safari gegründet haben: den Mbuzi Chizi Ostafrika. Nach und nach sei ihnen die Idee gekommen, ein Projekt auf die Beine zu stellen, um vor allem Frauen zu helfen, die oft am ehesten von Armut bedroht seien (der TV berichtete). Mbuzi Chizi heißt übrigens – wie sollte es anders sein – Ziegenkäse auf Suaheli. Denn um ihn dreht sich nun alles im Leben von Patrisia, Rebecca und Elizabeth. Die drei Frauen aus Tansania plagen sich Tag für Tag, um ihre Familien zu ernähren, Patrisia etwa hat neun Kinder. Mithilfe des Vereins bauen sie die Ziegenmilchkäserei auf. Eine Riesenchance, um monatlich Geld einzunehmen, die Familie satt zu bekommen und den Kindern den Besuch einer Schule zu ermöglichen.

 Zweite von rechts: Ilona Barth.
Zweite von rechts: Ilona Barth. Foto: TV/Mbuzi Chizi Ostafrika e.V.

Birgit Kuhlmeier und llona Barth waren vor der Corona-Pandemie fast eine Woche in Arusha, sie haben Land gesucht und gefunden und Mama Anna in ihrer Käserei besucht. Sie spielt beim Aufbau des Projekts eine wichtige Rolle. So wie Ali und James, die beiden Männer vor Ort, die den Verein aus Deutschland und die Frauen in Afrika beim Aufbau der Ziegen­milch­käserei unterstützen. So wie unsere Leserinnen und Leser, die schon einige Tausend Euro gespendet haben, damit beispielsweise Land, erste Ziegen und Zäune gekauft und befestigt werden konnten und die Herde größer und größer wurde.

Die drei Frauen waren mit fünf trächtigen Ziegen gestartet. „Nun sind es 19“, schreibt Kuhlmeier auf der Internetseite des Vereins. Es klingt stolz – und hoffnungsvoll. Denn das eigentliche Ziel, die Ziegen­milch­käserei, rückt immer näher. Patrisia, Rebecca und Elizabeth haben schon viel über die Aufzucht von Ziegen gelernt. Ein Tierarzt schaut regelmäßig nach der Herde, und Ziegen­experte Ochu besucht die Frauen einmal im Monat, um sein Wissen über gesunde und effektive Tierhaltung weiterzugeben. Während seines letzten Besuchs ging es darum, wie die Milch­produktion gesteigert werden kann. Mehr Milch, mehr Käse, mehr Einnahmen.

„Meine Hilfe zählt“ - erfolgreiches Projekt für Frauen in Ost­afrika

Und kürzlich waren die Existenz­gründerinnen bei Mama Anna. Dafür habe extra ein Mietwagen gebucht werden müssen. Denn im Moment seien Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln in Tansania besser zu meiden, um sich nicht mit Covid-19 anzustecken. Auch das schreibt Kuhlmeier auf der Internet­seite. Mama Anna habe ihre Käserei am Fuße des Mount Meru. Dort hätten die drei Frauen aus Arusha zwei Tage lang viel über die Herstellung von Käse gelernt. Es sei für alle sehr aufregend gewesen. Eine Safari, was auf Suaheli Reise bedeutet, – und dann noch mit Übernachtung – sei für Frauen wie Patrisia, Rebecca und Elizabeth ein ganz besonderes Erlebnis.

In diesem „Meine Hilfe zählt“-­Projekt geht es noch um mehr, als den Aufbau einer Existenz und den Kampf gegen Hunger und Armut. Es geht auch um emotionales Überleben. Der Aufbau der Ziegen­milch­käserei stärke das Selbst­bewusst­sein der Frauen und trage dazu bei, dass sie mehr in der Gemeinschaft anerkannt würden, heißt es auf der Internetseite unseres Spendenportals unter

www.volksfreund.de/meinehilfe

Aktuell fehlen dem Projekt 1010 Euro. Etwa für einen Kühlschrank mit Gefrierfach, damit die Ziegenmilch kühl gestellt werden kann. Der Tierarzt und der Ziegenexperte Oshu müssen bezahlt werden. Auch Seife stellen die Frauen her, und das Team soll weiterwachsen, damit noch mehr Familien den Weg aus der Armut schaffen. „Es geht voran“, ist der letzte Eintrag auf der Seite von Mbuzi Chizi Ostafrika. Es klingt nach großer Hoffnung. Jede Spende zählt.

www.mc-ostafrika.de