Spendenaktion Vierbeiner in Langsur brauchen Zuwendung und Hilfe

Langsur · „Meine Hilfe zählt“: Der Verein Eselzentrum Trierer Land bittet um Spenden, um die Corona-Krise zu überstehen.

 Wer drängelt sich denn da ins Bild? Im Langsurer Eselzentrum kümmert sich Rosemarie Müller zusammen mit Wolfgang Weiske und Kay Schulz um derzeit ins­gesamt 51 Esel und 13 Mulis sowie weitere Tiere.

Wer drängelt sich denn da ins Bild? Im Langsurer Eselzentrum kümmert sich Rosemarie Müller zusammen mit Wolfgang Weiske und Kay Schulz um derzeit ins­gesamt 51 Esel und 13 Mulis sowie weitere Tiere.

Foto: Medienhaus Trierischer Volksfreund/Harald Jansen

Es ist schwer, Zeit zu finden, um ein paar Worte mit Rosemarie Müller zu wechseln. Von Frühmorgens bis spät in die Nacht kümmert sie sich um mehr als 100 Tiere, darunter 51 Esel und 13 Mulis. Wer das Eselzentrum Trierer Land in Langsur besucht, trifft auch auf Ponys, Katzen, Hunde, Enten, Gänse und Hühner – und auf das Fohlen Melody.

„Seit einigen Jahren geben wir Tieren ein sicheres, artgerechtes Zuhause“, sagt Müller. Die Gründe, weshalb ein Tier ins Eselzentrum kommt, sind unterschiedlich: Weil ihre Besitzer die Tiere nicht mehr wollen, weil sie schlecht gehalten oder vom Veterinäramt beschlagnahmt werden. „Im Laufe der Jahre sind viele Notfälle hinzugekommen, da es für diese Art Tiere keine große Lobby gibt“, berichtet Müller. Gemeinsam mit Kay Schulz und ihrem Lebensgefährten Wolfgang Weiske hatte die Eseltrainerin und Eselmutti, wie Müller sich selbst nennt, beschlossen, einen Verein zu gründen, um Tieren in Not dauerhaftt zu helfen. Das war im Herbst 2018.

 Das Fohlen Melody ist im Januar im Eselzentrum zur Welt gekommen. 

Das Fohlen Melody ist im Januar im Eselzentrum zur Welt gekommen. 

Foto: TV/Florian Blaes

Die Corona-Pandemie hat den Verein Eselzentrum Trierer Land e.V. kalt erwischt. Er finanziert sich über Spenden, Patenschaften und Mitgliedsbeiträge und hauptsächlich über den Erlös von Veranstaltungen: Es gibt Eselkuscheln, Eselwanderungen und Hoffeste – um nur einige der beliebten Aktionen zu nennen. Auch arbeitet das Zentrum eng mit sozialen Einrichtungen in den Regionen Trier, Eifel, Saar, Mosel und Luxemburg zusammen.

Was sich beispielsweise hinter dem Eselkuscheln verbirgt, zeigen zum einen Imagefilme, die auf der Internetseite des Vereins zu sehen sind (www.eselzentrum-trierer-land.de). Aber was das Eintauchen in diese besondere Welt auf dem Gnaden- und Begegnungshof tatsächlich bedeutet, können Besucher hautnah erleben und erspüren. In der Regel.

„Wir mussten schon von Beginn der Corona-Krise an schließen“, sagt Müller. Das hieß: Eintrittsverbot für Besucher, und sämtliche Haupt­einnahme­quellen sind weggebrochen. Wochen später sagt die Tierschützerin, das Klein-Klein hätte das Zentrum nicht weitergebracht, im Gegenteil. Mit Klein-Klein meint sie, dass aufgrund lockerer Corona-Verordnungen einzelne Familien wieder hätten kommen können. Müller und ihr Team haben die Zeit genutzt, um mit bereits gespendeten Baumaterialien einiges umzubauen. Der nächste Schritt wird sein, in den kommenden Wochen ein Hygiene­konzept zu erarbeiten, damit weitestgehend ein Normal­betrieb möglich wird.

Der Verein hofft auch auf die Unterstützung der TV-Leserinnen und -Leser, um die Krise zu überstehen. Auf „Meine Hilfe zählt“, der Spendenplattform des Trierischen Volksfreunds, hat Müller das Projekt „Corona-­Hilfe für das Esel­zentrum Trierer Land e.V.“ eingestellt. Unter der Nummer 79421 können Volksfreund-Leser spenden, damit die Tiere weiterhin versorgt werden können. Denn die Kosten für Futter, Pachten, Medikamente oder Versicherungen laufen weiter und müssen bezahlt werden. Insgesamt braucht das Eselzentrum 8000 Euro. Zehn Prozent der Spenden­summe sind schon zusammen­gekommen.

Wenn die Zeiten wieder bessere sind, dürfen sich Besucher auf Melody freuen. Im Januar ist das Eselchen zur Welt gekommen. „Ein Kuckucksei“, sagt Müller. Wenn die Tierfreundin von dem überraschenden Zuwachs spricht, spürt man mit wie viel Herzblut sie ihre Arbeit im Eselzentrum macht. „Jedes unserer Tiere ist etwas ganz Besonderes“, schwärmt sie. Und hofft, dass noch viele Menschen die Liebe, die Ruhe und das Vertrauen erfahren können, das diese Tiere geben – und Melody kennenlernen.

Infos und Videos gibt es unter ­www.­eselzentrum-trierer-land.de.