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"Meine Hilfe zählt": Frauennotruf Trier bittet um Spenden, damit von Gewalt Betroffene gestärkt werden

Trier. Heilung und Prävention: In zwei Gruppen lernen Frauen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, Alltagssituationen besser zu meistern und selbstbewusst Nein zu sagen. TV-Leserinnen und -Leser können die beiden "Meine Hilfe zählt"-Projekte des Frauennotrufs Trier unterstützen. Katja Bernardy

Trier. Traumatisierungen aus der Vergangenheit können sich im Alltag manchmal wie Wackersteine in den Weg legen, sie können lähmen und Stress auslösen. Das sagt Ruth Petri, Psychologin beim Frauennotruf in Trier. Die Fachstelle zu sexualisierter Gewalt hat eine Selbststärkungsgruppe ins Leben gerufen. Eine Psychologin begleitet die Treffen und hilft in einem ersten Schritt mit ihrem Fachwissen, Ängste abzubauen. "Je mehr die Frauen über Traumamodelle und Stressreaktionen wissen, umso besser verstehen sie, was mit Körper und Seele los ist", sagt Petri.

In der Gruppe lernen die Frauen auch Alltagssituationen, in denen Erlebtes wieder hochkriecht, zu meistern. "Dabei können spezielle Techniken helfen", sagt die Psychologin. Beispielsweise würden den Frauen besondere Atemübungen vermittelt oder sogenannte Imaginationsübungen beigebracht. Dabei stellten sie sich Dinge vor, die sie aus der belastenden Erinnerung herausholen könnten, erklärt Petri. Mit Hilfe dieser Techniken könnten Ängste verkleinert werden.

Wichtig ist laut der Psychologin auch, dass die Frauen innerhalb der Gruppe Solidarität mit anderen Frauen erfahren, die Ähnliches erlebt haben. "Sie werden durch die Gleichbetroffenen bei ihrer Heilung ermutigt und gestärkt", sagt Petri. Auch praktische Tipps, etwa was bei einem Antrag auf einen Täter-Opfer-Ausgleich zu beachten ist, geben die Frauen untereinander weiter. Die Gruppe mit dem Namen "Raus aus der Krise, rein ins Leben" trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat. "Betroffene können jederzeit einsteigen", sagt Petri.

In einer zweiten Gruppe des Trierer Frauennotrufs üben Mädchen und Frauen, selbstbewusst Nein zu sagen. "In dem Selbstbehauptungskurs geht es nicht um das Erlernen von Kampftechniken", sagt Petri. Im Vordergrund stünde erst einmal überhaupt zu erkennen "Was will ich?", "Was tut mir gut?" und "Wo sind meine Grenzen?" Manchem Mädchen und mancher Frau falle es schwer, Nein zu sagen, wenn Grenzen überschritten würden. Deutlich zu sagen, bis hierher und nicht weiter, bedeute etwa auch, an der Stimme und an der Körperhaltung zu arbeiten.
Der Selbstbehauptungskurs hat einen vorbeugenden Charakter. "Er soll dazu beitragen, dass bedrohliche Situationen schneller erkannt und besser eingeschätzt werden können", sagt Petri. Auch wenn dadurch das Auftreten von Gefahrensituationen nicht verhindert werden könne.

Damit die Teilnahme nicht an einem kleinen Geldbeutel scheitert, bittet der Frauennotruf Trier TV-Leserinnen und -Leser um Spenden für die beiden "Meine Hilfe zählt"-Projekte unter den Nummern 51266 und 51263. Für beide Kurse werden insgesamt 840 Euro benötigt.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.frauennotruf-trier.de im Internet sowie telefonisch unter der Nummer 0651 /
200 65 88.Extra

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