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„Meine Hilfe zählt“ - Lifegate Rehabilitation bittet um Spenden

Spendenaktion : Kinder mit Behinderung besser fördern

„Meine Hilfe zählt“: Der Verein Tor zum Leben – Lifegate Rehabilitation bittet um Spenden für sein mittlerweile zwölftes Projekt.

Ausnahmezustand in der palästinensischen Stadt Beit Jala. „Seit fast zwei Wochen ist das Haus von Lifegate geschlossen und alle Mitarbeiter müssen in ihren Wohnungen bleiben“, bloggte Mechthild Bach aus Trier auf der Internetseite von „Meine Hilfe zählt“ unter www.meine-hilfe-zaehlt.de am Anfang der Corona-Pandemie. „Das ist für die Kinder und ihre Eltern eine ganz schwierige Situation – ohne häusliches Spielzimmer und Internet, ohne notwendige Therapie und Unterstützung.“

Lifegate ist eine deutsche Rehabilitations-Einrichtung, die seit 1991 im Westjordanland mit behinderten Kindern und jungen Menschen arbeitet. Bach engagiert sich sehr für den Verein Tor zum Leben – Lifegate Rehabilitation, der sich für die Ziele der Einrichtung in Beit Jala einsetzt. Das aktuelle „Meine Hilfe zählt“-Projekt heißt schlicht „Therapeutisches Spielmaterial“, der Name ist selbsterklärend. Es ist bereits das zwölfte Projekt des Vereins. Die Triererin Mechthild Bach verantwortet auch das neue Projekt und setzt wieder große Hoffnung in die TV-Leserinnen und -Leser.

In Beit Jala gibt es das Lifegate-Haus – ein Segen für Kinder mit einer Behinderung. Denn dort werden sie mit all ihren Fähigkeiten gesehen und gefördert. Die Mitarbeiter setzen sich dafür ein, dass die Kinder und Jugendlichen einen Platz in der Mitte der Gesellschaft erhalten. Ohne das Lifegate-Haus wäre ihnen ein grausames Schicksal vorherbestimmt, ein Leben als Außenseiter. Denn Kinder, die im palästinensischen Beit Jala mit einer Behinderung zur Welt kommen, werden sogar von ihren eigenen Familien verstoßen und versteckt. In der Regel verlässt dort ein Mann seine Frau, wenn sie ein behindertes Kind zur Welt bringt.

Mitte Mai öffneten die Werkstätten nach der corona­bedingten Zwangspause wieder. Erst einmal mit wenigen Personen. Und laut Mechthild Bach hatten Gespräche mit der palästinensischen Behörde dazu geführt, dass der Frühförderkindergarten und die Förderschule wieder öffnen konnten. Die Freude der Kinder und jungen Menschen sei groß gewesen, denn sie hätten die Situation nicht verstehen können. Kopfzerbrechen bereitet dem Verein, dass Einnahmequellen weggebrochen sind: So fehlen etwa Buchungen im Gästehaus oder Aufträge in der Wäscherei für Hotels in Bethlehem.

Anfang dieser Woche lässt diese Botschaft auf der Internetseite der großen Spendenplattform unserer Zeitung weiter hoffen: „Kinder helfen Kindern“, steht dort, und Bach erklärt: Kinder hätten einen kleinen Flohmarkt organisiert, alte Bücher verkauft und 50 Euro gespendet, damit in Beit Jala therapeutisches Spielmaterial gekauft werden kann. „Allen ein herzliches Danke“, schreibt die Projektverantwortliche.

Die junge Sumya kann nach zwei Operationen an der Hüfte inzwischen schmerzfrei gehen. Foto: Archiv/privat

Rund 140 Kinder besuchen täglich den Kindergarten und die Schule im Lifegate-Haus. Alle Kinder mit ganz unterschiedlichen Behinderungen erhalten dort die Therapie, die sie benötigen. Für diese Arbeit würden Hilfsmittel wie ein Krabbeltunnel, Musikglocken oder Balancier­scheiben gebraucht, sagt Bach.

Schon elfmal haben TV-Leserinnen und -Leser mithilfe ihrer Spenden Großartiges bewirkt: Beispielsweise konnten für einen Achtjährigen dringend benötigte Medikamente gekauft werden. Sumya, eine junge Frau Anfang 30, wurde zweimal an der Hüfte operiert und kann nun schmerzfrei gehen.

Damit Kinder mit einer Behinderung gezielt mit therapeutischen Hilfsmaterialien gefördert werden können, werden 3000 Euro benötigt. Mehr als ein Drittel der Summe ist schon zusammengekommen. TV-Leserinnen und -Leser können unter der Nummer 77745 spenden.