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Meine Hilfe zählt: Menschenrechtsorganisation Wittlich bittet um Spenden für das 21. Projekt.

Meine Hilfe zählt : Traumatisiert, entfremdet, befreit - Wittlicher Verein will helfen

Meine Hilfe zählt: Organisation für Menschenrechte aus Wittlich bittet um Spenden für das 21. Projekt.

Dort, wo Worte für das Leid, das Jesidinnen zugefügt wurde, fehlen, hilft Katrin Bornmüller. Die Endsiebzigerin wird nicht müde, sich für Menschen zu engagieren, die Grausames erlebt haben und in Not sind.

Bornmüller setzt sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für Menschenrechte ein. Dafür, dass das Schicksal verfolgter, gefolterter oder in Armut lebender Menschen besser wird.

Deshalb wurde ihr in der albanischen Hauptstadt Tirana sogar der Ehrentitel der Friedensbotschafterin verliehen – von einer internationalen Friedensmission, der „Diplomatic Mission of Peace and Prosperity“ (DMPP). Sie war von dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Dwight D. Eisenhower ins Leben gerufen worden.

Mehr als 400 Hilfstransporte hat Bornmüller bis heute gemeinsam mit weiteren ehrenamtlichen Helfern in der Säubrennerstadt befüllt und losgeschickt, damit Frauen, Männer und Kinder nicht länger hungern, frieren und unter Traumatisierungen leiden müssen.

TV-Leser haben über die Spendenplattform des Trierischen Volksfreunds, Meine Hilfe zählt, in den vergangenen Jahren Tausende Euro gespendet, damit die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) Wittlich Not lindern kann.

Jetzt hat die IGFM Wittlich das 21. Meine-Hilfe-zählt-Projekt initiiert. Die Menschenrechtsorganisation bittet um finanzielle Unterstützung, damit in den Lagern in Kurdistan, im Norden Iraks, insgesamt 20 Frauen in Kleingruppen vier Monate lang von Psychologen intensiv behandelt werden können.  Die IGFM sucht die Fachleute gezielt aus.

Denn vor fünfeinhalb Jahren wurden jesidische Mädchen und Frauen durch Terroristen des Islamischen Staats (IS) verschleppt. Das berichtet Bornmüller. Schon mehrfach war sie in Kurdistan, hat vor Ort mit den Menschen gesprochen. Und immer noch kämen junge Jesidinnen in den Flüchtlingslagern an. Ihre Verwandten hätten sie für viel Geld freigekauft.

Mädchen und Frauen, die von IS-Kämpfern mehrfach vergewaltigt und misshandelt worden seien. „Wenn sie über ihr Schicksal berichten, so beschränken sich ihre Schilderungen über Gewalt hauptsächlich auf das erste Jahr ihrer Gefangenschaft“, schreibt  die Wittlicherin auf der Internetseite von Meine Hilfe zählt (www.meine-hilfe-zaehlt.de).

Sie hätten dann Kinder bekommen, seien nach Gewalt und Gehirnwäsche zum Islam übergetreten. „Wenn diese Frauen heute über die letzten Jahre ihrer Gefangenschaft berichten, dann zeigt sich der Erfolg der Gehirnwäsche“, sagt Bornmüller. Sie bezeichneten Jesiden als Ungläubige, das Leben mit den IS-Kämpfern als normale Ehe.

Ikhlas, deren vollständiger Name nicht in der Zeitung stehen soll, ist auch Jesidin. Sie hat in Baden-Württemberg ein spezielles traumapsychologisches Programm durchlaufen, das Betroffenen hilft, mit ihrem Schicksal zu leben.  Heute gehört sie zu einer kleinen IGFM-Gruppe in Kurdistan, die für das  Programm wirbt. Von Wittlich aus wird die Gruppe um Ikhlas unterstützt, damit der Plan umgesetzt werden kann, schwer traumatisierten Frauen und Mädchen an Ort und Stelle durch Psychologen zu helfen.

So sieht es im Camp in Kurdistan aus. Foto: TV/IGFM Wittlich
Immer wieder starten Hilfsgütertransporte von Wittlich aus, um notleidenden Menschen zu helfen. Foto: TV/IGFM

Das 21. Meine Hilfe zählt-Projekt der IGFM Wittlich „Traumatisiert,  der Familie entfremdet, befreite Jesidinnen schützen!“ hat die Nummer 76376. An dem Programm teilnehmen zu können, kostet pro Frau 50 Euro im Monat. Jede Spende trägt dazu bei, dass die Mädchen und Frauen wieder zu sich selbst und ihren Familien zurückkehren können.