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„Meine Hilfe zählt“ - Spenden für Geflüchtete im Lager auf Lesbos

Spendenaktion : Trierer Verein appelliert an die Menschlichkeit

„Meine Hilfe zählt“: Der Verein menschMITmensch bittet um Spenden, damit Geflüchtete im Lager auf der Insel Lesbos medizinisch versorgt werden können.

Als das Lager Moria vor drei Monaten niederbrannte, wurde Kara Tepe auf der griechischen Insel Lesbos zum sogenannten Ersatzlager. Vor wenigen Tagen beschrieb Entwicklungsminister Gerd Müller die Zustände dort als „katastrophal“. „Ärzte ohne Grenzen mussten jetzt eine Tetanus-Impfaktion starten, weil Babys in nassen Zelten von Ratten gebissen werden“, hatte Müller der Passauer Neuen Presse gesagt. „Entsetzliche Zustände – mitten in Europa.“

Menschen, die die Kunstbrücke im Gartenfeld in Trier-Mitte passieren, werden seit Anfang November an die Notlage der Migranten auf Lesbos erinnert: An der Brücke hängen 26 großformatige Fotos der Künstlerin Alea Horst aus dem rheinland-pfälzischen Reckenroth. Sie hat im Lager Kara Tepe Winterjacken und Wärmflaschen verteilt und – so wie bereits im Lager Moria – mit Kamera und Drohne festgehalten, was ist: Die Fotos zeigen Kinder, Frauen und Männer mit Angst und Verzweiflung in den Augen, apokalyptische Szenen und scheinbare Normalität. „Die Menschen fragen mich, warum sie wie Vieh, behandelt werden“, sagte die Fotografin in einem Interview mit unserer Zeitung (der TV berichtete).

Ein Aktionsbündnis aus zwei Trierer Vereinen und einer luxemburgischen Organisation hat die Fotos nach Trier geholt und sie mit Zitaten aus den UN- und EU-Chartas ergänzt,: menschMITmensch, lächeln am himalaya – a smile for nepal und catch a smile a.s.b.l. Luxemburg. „Wir setzen uns zusammen für eine humanitäre Lösung ein“, sagt Marion Poma von menschMITmensch. Sie verantwortet das „Meine Hilfe zählt“-Projekt „Ein Appell an die Menschlichkeit“ auf der Spenden-Plattform des Trierischen Volksfreunds. „Wir können nicht begreifen, dass es an Willen für politische Lösungen auf Bundes- und europäischer Ebene fehlt“, sagt die Triererin. Jedes einzelne Foto der Outdoor-Ausstellung verdeutliche die schreckliche Situation der Geflüchteten auf Lesbos „und die Dringlichkeit unseres Handelns.“ Doch mit Fotos und Zitaten an Mitmenschlichkeit zu appellieren, reiche nicht aus.

Stellvertretend für das Aktions­bündnis sammelt der Verein mensch­MIT­mensch Spenden, damit besonders schutzbedürftige Geflüchtete medizinisch versorgt werden können. „Wir haben Kontakt mit Gerhard Trabert und Fabiola Velasquez“, sagt Poma. Trabert ist Vorsitzender des Vereins Gesundheit und Armut in Deutschland, Velasquez lebt auf Lesbos und ist von der Organisation The Earth Medi­cine. Beide seien unermüdlich in den Lagern im Einsatz und kümmerten sich um körperbehinderte Geflüchtete.

Jeder Euro hilft, damit Mediziner Geflüchtete im Lager untersuchen und therapieren können sowie Bein­prothesen hergestellt, Rollstühle und Orthesen angeschafft werden. Das noch junge „Meine Hilfe zählt“-Projekt hat die Nummer 88252.

756 Euro sind bereits eingegangen, es fehlen noch 5244 Euro. „Bitte spenden Sie!“, schreibt Poma auf der Internetseite unserer Spenden-Plattform in Großbuchstaben und fettgedruckt – und appelliert an die Menschlichkeit.

Bis zum 24. Dezember stellen wir
Vereine aus dem TV-Hilfeportal „Meine Hilfe zählt“ vor. Die Spende erfolgt über eine Sepa-Lastschrift: Einfach im Internet die Seite

www.volksfreund.de/meinehilfe

aufrufen und Projekt aussuchen. Online-­Banking ist nicht notwendig.