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„Meine Hilfe zählt“ - Trierer Verein Fidibus unterstützt Familien

Spendenaktion : Mit Ideen und Spenden durch die Krise

„Meine Hilfe zählt“: Der Trierer Verein Fidibus unterstützt seit vielen Jahren Familien. Damit er die Auswirkungen der Corona-Pandemie ausgleichen kann, braucht er nun selbst Hilfe.

Es klingt verheißungsvoll: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, steht auf der Fidibus-Internetseite. Ein paar Leerzeichen weiter dann die Ernüchterung: „Leider nicht…, denn die Veranstaltung am 7. Mai kann nicht stattfinden.“ Die geplante Verleihung des Deutschen Kita-Preises der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) wurde abgesagt – wie so viele Veranstaltungen seit März. Das Zentrum für Familie, Begegnung und Kultur e.V. in Trier war dafür nominiert und hat es unter die besten Zehn geschafft.

Doch die ausgefallene Fahrt nach Berlin ist bei weitem nicht die schmerzvollste Erfahrung des Fidibus-Teams in den vergangenen Wochen. Seit März geht es ums Überleben. Auf der Internetseite von „Meine Hilfe zählt“, der großen Spendenplattform des Trierischen Volksfreunds, bittet Silvia Willwertz: „Helft uns, in diesen herausfordernden Corona-Zeiten, damit wir unsere Arbeit für Kinder und Familien weiterführen können.“ Willwertz ist pädagogische Leiterin des Familienzentrums Fidibus und erste Vorsitzende des Vereins. Er steht für gelebte Inklusion, ist bunt und vielfältig, begleitet und stärkt Kinder und Erwachsene. Denn die Liste der Angebote, für die sich das Fidibus-Team Tag für Tag einsetzt, ist lang – sehr lang: Von Spielraumgruppen nach Emmi Pikler über Pilates bis hin zu Projekten mit Kitas und Schulen ist auf der Website zu lesen unter

www.fidibus-trier.de

Kinder musizieren beim zehnten Jubiläum des Trierer Fidibus-Familienzentrums im Herbst 2018 vor geladenen Gästen. Foto: Melanie Collmann

Die stadtbekannten Angebote von Mensch zu Mensch liegen wegen der Corona-Pandemie zurzeit auf Eis. Doch das kreative Fidibus-Team hat einen Notfallplan ausgetüftelt und bietet Online­kurse an. „Wir nutzen die Möglichkeiten der digitalen Welt, um das zu tun, was uns am Herzen liegt und um mit Familien in Verbindung zu bleiben“, berichtet Willwertz. Rund 23 000 Menschen hätten die Angebote im vergangenen Jahr genutzt – vom Baby bis zur Seniorin. Die älteste Teilnehmerin sei aktuell 78 Jahre alt. Beim gemeinsamen Singen on­line hätte sie zumindest ihren Enkel sehen und gemeinsam etwas machen können.

Mit den Sommerferien werden in dem Haus auf der Weismark wieder Elterngespräche stattfinden und Kleingruppen sich im Garten treffen. Doch das ist noch weit von dem entfernt, was einst im Fidibus los war. Der mehrfach ausgezeichnete Verein erlebt derzeit eine nie dagewesene Krise: Ein Großteil des Geldes kommt über Kursangebote und Projekte rein. Diese Einnahmen fallen weitestgehend weg, doch die Fixkosten für Miete, Strom oder die Teilzeitkräfte laufen weiter. Willwertz betont: „Wir müssen um das Überleben kämpfen!“

Über das „Meine Hilfe zählt“-Projekt „Fidibus Trier: In Corona-Zeiten Kinder & Familien weiter begleiten“ hofft der Verein 10 600 Euro zu sammeln. Beispielsweise soll eine neue Telefon­anlage angeschafft werden, damit mehrere Mitarbeiter gleichzeitig telefonieren können. Die Fidibus-Kreativwerkstatt möchte Kindern regelmäßig Material zum Basteln geben und sie dann online anleiten. „Eine Möglichkeit, um in Kontakt zu bleiben“, sagt die Vereinsvorsitzende. Voraussetzung wiederum, um digitale Angebote zu machen, ist eine entsprechende Ausstattung: Webcams und Headsets etwa sollen gekauft werden. Und damit die Fixkosten weiterbezahlt werden können, braucht der Verein Spenden.

Willwertz sagt: „Bitte unterstützt uns dabei, das Fidibus als einen Ort zu erhalten, der Kinderaugen zum Strahlen bringt und an dem das Staunen und kleine Wunder zum Alltag gehören.“ Der Anfang sei gemacht, schreibt die Vereinsvorsitzende im Blog auf der Internetseite von „Meine Hilfe zählt“ unter

www.meine-hilfe-zaehlt.de

Jeder Euro helfe, das zu tun, was dem Fidibus-Team am Herzen liege: „Kinder und ihre Familien in all ihren heutigen Erscheinungsformen zu begleiten, zu unterstützen und Mut zu machen in diesen herausfordernden Zeiten.“ TV-Leserinnen und -Leser können unter der Projektnummer 79392 spenden.