Meine Hilfe zählt: TV-Leser spenden mehr als 11 000 Euro, damit Kinder, deren Familien es sich nicht leisten können, wieder am Mittagstisch der Trierer MJC teilnehmen können.

Meine Hilfe zählt : „Die Resonanz war riesig“

Meine Hilfe zählt: TV-Leser spenden mehr als 11 000 Euro, damit Kinder, deren Familien es sich nicht leisten können, wieder am Mittagstisch der Trierer MJC teilnehmen können. Weitere  Unterstützung benötigt das Kinderheim Carlos de Villegas in Bolivien, zumal in dem Land Unruhen ausgebrochen sind.

Obwohl sie Vollzeit arbeitet, oft Überstunden macht, musste eine alleinerziehende Reinigungskraft aus Trier eines ihrer Kinder vom „Warmen Mittagstisch“ für Schüler abmelden, den der Verein Jugendzentrum Mergener Hof anbietet.  Grund: Das Geld reicht nicht aus. „Kein Einzelfall“, sagt Kai Wichmann, Leiter des Jugendzentrums der Trierer MJC – landläufig Miez genannt. Abmeldungen vom Mittagstisch häuften sich sowie Fälle, in denen Eltern, die Vollzeit arbeiteten, nur schwer über die Runden kämen und ihre Rechnung nicht begleichen könnten. Der gemeinnützige Verein Jugendzentrum Mergener Hof handelte, stellte das  Projekt „Warmer Mittagstisch für bedürftige Kinder“ auf der Spendenplattform des Trierischen Volksfreunds „Meine Hilfe zählt“ ein.

„Die Resonanz war riesig“, sagt Wichmann ein paar Tage später im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ein großes Dankeschön an alle Spender!“ Mehr als 11 000 Euro sind eingegangen – dank der Volksfreund-Leser können künftig wieder alle Kinder bei der MJC am Mittagstisch sitzen. Mehr noch: Viele Leser hätten sich gemeldet und angekündigt, regelmäßig spenden zu wollen und so Familien, die wenig Geld zur Verfügung hätten, zu unterstützen. Auch die Kosten für die Klassenfahrt der Tochter der Alleinerziehenden seien übernommen worden, sagt Wichmann. Kritisch merkt ein Leser unter der Rubrik Aktuelle Stimmen an: „Ich finde es gut, dass Ihr Euch um ein warmes Mittagessen für bedürftige Kinder kümmert, aber ein Skandal, dass es Kinderarmut in diesem reichen Land gibt!“

Panuves e.V. Wittlich. Foto: TV/Panuves e.V. Wittlich

Orthopädie-Werkstatt Gut voran kommt das Projekt „Eine Werkstatt für orthopädische Hilfsmittel“ des Vereins Tor zum Leben – Lifegate Rehablilitation. Er kümmert sich im palästinensischen Beit Jala um junge Menschen mit einer Behinderung.  Denn sie haben es schwer, werden von der Gesellschaft ausgeschlossen und von ihren Familien  versteckt. Eine Mutter, die ein Kind mit einer Behinderung zur Welt bringt, wird in der Regel von ihrem Mann verlassen. Mechthild Bach aus Trier unterstützt seit vielen Jahren Lifegate Rehabilitation und ist für das Meine-Hilfe-zählt-Projekt verantwortlich. Die Adventszeit nutzt sie, um auf Weihnachtsmärkten Selbstgemachtes zu verkaufen – gestern beispielsweise im Stift St. Irminen in Trier. Am 11. und 12. Dezember wird Lifegate auf dem Trierer Weihnachtsmarkt sein, Selbstgemachtes verkaufen und über seine Arbeit informieren. Der Erlös fließt in das Meine-Hilfe-zählt-Projekt. Insgesamt 3000 Euro werden gebraucht, damit ein deutscher Orthopädiemechaniker in Beit Jala junge Leute ausbilden kann, Schienen, Orthesen oder Einlagen endlich vor Ort hergestellt werden können. Das Projekt hat die Nummer 71448. Erste Maschinen für die neue Ausbildungswerkstatt konnten dank der Spenden der TV-Leser schon gekauft werden, 500 Euro werden noch gebraucht.

Dank der Spenden von  TV-Lesern kann die Trierer Fachstelle Auryn für Kinder psychisch kranker Eltern eine Weihnachtsfeier ausrichten. Foto: TV/Auryn Trier

Not im bolivianischem Kinderheim Die aktuellen Unruhen in Bolivien  bereiten auch Schwester Rosario vom Kinderheim Carlos de Villegas Sorgen.

Das berichtet Susanne Teusch vom Verein Panuves aus Wittlich. Sie und weitere Vereinsmitglieder unterstützen die Nonne bei der großen Herausforderung, 120  Heimkinder täglich satt zu bekommen und beim Großwerden zu begleiten.

MHZ Spendenübersicht 3sp 0312. Foto: TV/Schmitz, Alexandra

„Seit mehr als einem Monat  erlebt Bolivien Konflikte, Auseinandersetzungen, Blockaden, Knappheit von Benzin, Gas und Nahrungsmitteln“, gibt Teusch wieder, was sie von Schwester Rosario per E-Mail erfahren hat. Randalierende Gruppen seien auch am Heim Carlos de Villegas vorbeigezogen, berichtet Teusch von den Erzählungen der Schwester, die den kleinen Verein ständig auf dem Laufenden hält. Fatal: In dieser Krisenzeit steigen die Kosten für Lebensmittel. Schwester Rosario und ihre Mitschwestern brauchen mehr denn je die Unterstützung aus der Region Trier. „Sie brauchen regelmäßige Spenden, damit der ‚normale’ Alltag geschafft werden kann“, betont Teusch. Denn Schwester Rosario schreibt: „Wir wussten nicht, wo wir Brot, Fleisch, Hühnerfleisch, Eier, Gemüse und Obst bekommen konnten.“ Solch eine Situation hätte sie noch nie erlebt. TV-Leser können unter der Nummer 72997 spenden – damit die Heimkinder in La Paz satt werden.

Hilfe für Kinder kranker Eltern Und pünklich zum Start der Adventszeit gibt es weitere gute Nachrichten für den Verein Auryn und die gleichnamige Fachstelle für Kinder psychisch kranker Eltern. TV-Leser haben es mit ihren Spenden möglich gemacht, dass die Weihnachtsfeier für die Kinder mit einer Märchenerzählerin, Basteleien, Geschenken und Leckereien ausgerichtet werden kann. 1150 Euro sind zusammengekommen, damit Jungen und Mädchen psychisch kranker Eltern buchstäblich ein paar sorglose Stunden verbringen können. Übrigens: Diese einzige Fachstelle für Kinder psychisch kranker Eltern in der Region hat den diesjährigen Preis des Kinderschutzbundes erhalten.

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