„Meine Hilfe zählt“: Verein Auryn Trier bittet um Spenden, damit eine  Aktion für Kinder psychisch kranker Eltern starten kann.

Meine Hilfe zählt : Kinder mit Natur und Märchen stärken

„Meine Hilfe zählt“: Verein Auryn Trier bittet um Spenden, damit eine  Aktion für Kinder psychisch kranker Eltern starten kann.

Immer wenn Mama krank ist – und das geschieht immer häufiger in letzter Zeit – muss Lilli (9) auf ihren Bruder Paul (6) aufpassen und dafür sorgen, dass niemand mitbekommt, dass zuhause gar nicht alles stimmt. So wird der mehrfach ausgezeichnete Kurzfilm von Regisseur Jan Buttler angekündigt. Er erzählt die Geschichte von Lilli aus der Perspektive eines Kindes, dessen Mutter psychisch krank ist.

Lilli ist kein Einzelfall. Schätzungen zufolge haben rund 4,75 Millionen Minderjährige in Deutschland mindestens ein Elternteil, das psychisch krank ist. Auch in der Großregion Trier leben Kinder, die damit umgehen müssen, dass Mama oder Papa sich anders verhalten, kaum lachen oder nicht mehr mit ihnen spielen. Fachleute berichten, dass viele Kinder auch Verantwortung übernehmen, die nicht altersgerecht ist.

Foto: TV/Schramm, Johannes

Die Fachstelle Auryn in der Walramsneustraße in Trier ist seit 2001 die einzige Ankaufstelle im Umkreis von rund hundert Kilometern für Kinder psychisch kranker Eltern. Mitarbeiter, darunter Gabriele Apel, Sozialarbeiterin, Gestalttherapeutin und Vereinsvorsitzende, kümmern sich um die Jungen und Mädchen. In der Fachstelle können sich betroffene Kinder gemeinsam in einer Gruppe mit anderen Kindern oder einzeln ihre Sorgen von der Seele reden. Sie erhalten Tipps im Umgang mit Papa und Mama, mit Schuldgefühlen oder einem Zuviel an Verantwortung. Und für die Eltern haben die Auryn-Mitarbeiter ein offenes Ohr.

Die Fachstelle setzt sich auch dafür ein, dass psychische Erkrankungen nicht weiter tabuisiert werden. „Das Thema wird zwar immer sichtbarer in der Gesellschaft”, sagt Serge Roeder, Schatzmeister von Auryn. Aber bei weitem nicht genug. „Es besteht ein sehr großer Bedarf an Unterstützung für die Betroffenen und ihre Familien.” Und viele Eltern trauten sich nicht, Hilfe zu suchen.

TV-Leserinnen und -Leser haben Auryn schon mehrfach über die Spendenplattform des Trierischen Volksfreunds „Meine Hilfe zählt” unterstützt und damit betroffenen Kindern sehr geholfen. Auryn bittet weiter um Hilfe. Das neue Projekt heißt „Waldwunderweg – Märchenerzählungen, Naturerlebnis, ein Wundertag im Wald“.

Mit den Worten des Kinderbuchautors und Liedermachers Frederik Vahle beschreibt Roeder das Projekt, für das er verantwortlich ist: „Auf dem Waldwunderweg kann man hören und sehen, was machen und sich wundern, und dann einfach weitergehen…“ Der Streifzug durch den Wald ist gespickt mit Abenteuerspielen und Märchen. Die Gruppe von Kindern psychisch kranker Eltern wird von Gitta Pelzer angeleitet, einer in der Region bekannten Märchenerzählerin und Naturpädagogin. Im Wald, einem für Volksmärchen wichtigen Ort, in dem sich Helden und Heldinnen verirren und während des Suchens und Verirrens Entwicklung geschieht, wie Roeder sagt, wird Pelzer Märchen und Geschichten frei erzählen. So tauchten die Kinder intensiv in die Märchenwelt ein, erlebten spannende und entspannende Momente.

Was genau geschieht beim Zuhören und Mitfiebern? Märchen könnten Orientierungshilfe und Klarheit geben, indem das Kind seine Gefühle an die Figuren binde, erklärt Roeder. Es könne seine Gefühlswelt sozusagen von außen ordnen, kontrollieren und schließlich strukturieren. Unter anderem könnte so das Vertrauen in die eigene innere Kraft gestärkt werden, Mut oder Hoffnung könnten größer werden. Und der Aufenthalt in der Natur sei Balsam für Sinne und Wohlbefinden.

Auryn Trier. Foto: TV/Auryn Trier
Auryn Trier. Foto: TV/Auryn Trier
MHZ_Uebersicht_1203. Foto: TV/Schmitz, Alexandra

Das „Meine Hilfe zählt”-Projekt des Trierer Vereins Auryn hat die Nummer 68862. Insgesamt werden 1336 Euro für den Tag auf dem Waldwunderweg benötigt. Es fällt ein Honorar für die Märchenerzählerin an und das Fachpersonal, es wird die Kinder mit begleiten sowie das Erlebte mit ihnen vor- und nachbereiten,  muss bezahlt werden. Hinzu kommen Kosten für Fahrt und Verpflegung. Jede Spende trägt dazu bei, dass der Waldwundertag starten  kann und die Kinder psychisch kranker Eltern gestärkt werden  – denn sie dürfen nicht alleine gelassen werden.

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