Meine Hilfe zählt: Verein Lifegate Rehabilitation braucht Spenden, damit eine Orthopädiewerkstatt in Palästina aufgebaut werden kann.

Trier : Wo Familien behinderte Kinder verstecken

Meine Hilfe zählt: Verein Lifegate Rehabilitation braucht Spenden, damit eine Orthopädiewerkstatt in Palästina aufgebaut werden kann.

Ihnen wäre ein Leben als Außenseiter vorherbestimmt: Kinder und Jugendliche, die im palästinensischen Beit Jala mit einer Behinderung zur Welt kommen, werden von der Gesellschaft verstoßen. Von ihren Familien werden sie meist versteckt. Und eine Frau, die ein behindertes Kind zur Welt bringt, muss damit rechnen, von ihrem Mann verlassen zu werden.

Doch seit es Lifegate gibt, rücken junge Palästinenser, die nicht gehen können, blind, taub oder geistig behindert sind, zunehmend dorthin, wo sie hingehören: in die Mitte der Gesellschaft. Das weit verzweigte Netzwerk rehabilitiert behinderte Menschen vom Norden bis Süden des Westjordanlands. Arabische und deutsche Fachkräfte engagieren sich gemeinsam, damit die jungen Leute gefördert und therapiert werden.

Herzstück des Geflechts aus Hilfen ist das Lifegate-Haus in Beit Jala – mit Werkstätten, Räumen für Therapien, Klassenzimmern, einem Restaurant und der Verwaltung. Zum Konzept des Lifegate-Hauses gehört auch, dass Eltern verpflichtet sind, einmal in der Woche ihren Kindern zuzuschauen, was sie können und leisten.

Von der Situation behinderter Menschen in Palästina – „Kinder wurden versteckt auf Ofenbänken gefunden!“ – hatte Mechthild Bach aus Trier in den neunziger Jahren erfahren. Ihr Sohn hatte dort seinen Freiwilligendienst gemacht.

Bach war seitdem sieben Mal in Beit Jala, zwei Kilometer von Betlehem und zehn von Jerusalem entfernt, und ist sogenanntes tätiges Mitglied im Verein Lifegate Rehabilitation. Das heißt: Sie engagiert sich, damit es jungen Menschen mit einer Behinderung besser geht.

Schon mehrfach haben TV-Leser mit Hilfe ihrer Spenden Großes bewirkt: Für Mohammed (8) konnten Medikamente gekauft werden, Sumya konnte zweimal an der Hüfte operiert werden und kann endlich schmerzfrei gehen (der TV berichtete mehrfach), um nur zwei der insgesamt elf Meine-Hilfe-zählt-Projekte von Lifegate zu nennen.

Aktuell bittet Bach um Spenden für ein noch recht junges Projekt: Im Lifegate-Haus soll eine Werkstatt für orthopädische Hilfsmittel aufgebaut werden. Denn Schuheinlagen, Schienen oder Orthesen sind in dem palästinensischen Gebiet kaum zu erhalten. Ein Orthopädiemechaniker aus Deutschland möchte vier junge Menschen in den kommenden zwei, drei Jahren in Beit Jala ausbilden, so dass sie die Menschen vor Ort mit den wichtigen Hilfsmitteln versorgen und weitere Fachkräfte ausbilden können. Was benötigt Lifegate für die geplante Ausbildungswerkstatt?

„Die Grundausstattung ist vorhanden, es werden noch spezielle Maschinen, Fachwerkzeug und Material benötigt“, sagt Mechthild Bach. Insgesamt braucht Lifegate 3000 Euro.

„Der  Anfang ist gemacht“, schreibt Bach auf der Internetseite der Spendenplattform des Trierischen Volksfreunds (www.meine-hilfe-zaehlt.de).  Ein Flohmarkt in Roth (Eifelkreis Bitburg-Prüm)  hat bereits einen kleinen Grundstein für die neue Werkstatt gelegt. Viele Käufer hätten sich für die Arbeit des Vereins interessiert, bloggt Mechthild Bach.

Ein weiterer Termin steht fest: Am Sonntag, 18. August,  hat Lifegate einen Verkaufsstand vor dem Kloster Himmerod in der Eifel.

Sumia kann nach einer Operation wieder schmerzfrei gehen. Foto: Meine Hilfe zählt/Privat

Bislang sind 195 Euro zusammengekommen, es fehlen noch 2805 Euro,  damit die Werkstatt eingerichtet, junge Leute ausgebildet und endlich Schienen, Orthesen oder Einlagen im Westjordanland hergestellt werden können. Das Projekt hat die Nummer 71448.

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