Meinung : Sehenden Auges in den Kollaps

Neue Straßen sind Lösungskonzepte von vorgestern. Diese Meinung ist legitim. Sie befreit jedoch nicht davon, Alternativen aufzuzeigen. Und an denen mangelt es weiter in der politischen Diskussion. Und das, obwohl mit der neuen Studie des Landesbetriebs neue Zahlen auf dem Tisch liegen.

Es sind teils alarmierende Zahlen, die deutlich machen, dass es für viele Menschen im Moseltal immer lauter wird. Und Lärm macht krank. Vermutlich spielt die Gesundheit der Menschen bei der Bewältigung der offensichtlichen Verkehrsprobleme eine untergeordnete Rolle. Oder man glaubt wirklich, dass alles gut wird, wenn alle Menschen nur noch mit dem Rad oder dem Bus unterwegs sind.
Der Moselaufstieg als zumindest Teillösung der Herausforderungen ist vor allem jedoch eines: eine der heiligen Kühe der Trierer Stadtpolitik. So wie die Egbert-Schule oder das Baugebiet Brubacher Hof. Da geht es vor allem darum, die eigene Position durchzusetzen. Auf Biegen und Brechen. Man mag dies als persönlichen Erfolg verbuchen. Es bringt die Stadt jedoch nicht weiter. Beim Mariahofer Baugebiet ist die Stadtratsmehrheit beispielsweise bis heute eine nachhaltige Antwort schuldig geblieben, wie der Wohnungsnot begegnet wird. Auch bei der Egbert-Schule wird der neue Bau immer teurer und immer weniger sinnvoll. Und auch da gilt offesichtlich: Augen zu und durch.
Beim Moselaufstieg wird erneut deutlich, dass es bisher keine Möglichkeit gibt, auf anderem Weg das Trierer Tal nachhaltig zu entlasten. Die Weststrecke der Bahn bringt es offensichtlich nicht. Das hat nun schon das zweite Gutachten gezeigt. Es interessiert jedoch nicht. Andere Ideen gibt es offensichtlich auch nicht. Und so schlittern Stadt und Umland immer weiter Richtung Verkehrskollaps. Das sind alles andere als gute Aussichten.
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