Meisterin im Grashüpfer-Fangen

Meisterin im Grashüpfer-Fangen

TRIER. Fröhliches Kindergejohle hallt durch den Wald, bunte Flecken leuchten zwischen den Bäumen auf, Gewusel herrscht auf der Wiese vor dem Forsthaus. Die erste Waldfreizeit des Forstamtes Altenhof sei ein Erfolg, sagt Förster Mark Backes. Was dieses Jahr noch Pilotprojekt ist, werde nächstes Jahr wiederholt und anderen Forstämtern angeboten.

Eine berufstätige Mutter war es, die feststellte, dass es zu wenig Ferienfreizeit-Angebote für Sechs- bis Zwölfjährige gebe, und den Stein ins Rollen brachte. Die Mainzer Verwaltungsstelle "Komma" (Kommunikation und Marketing von Landesforsten) informierte Förster Mark Backes, der auch zuständig ist für Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Backes wiederum engagierte den Trierer Naturführer Christoph Postler sowie Förster Oliver Werner als Leiter und Betreuer einer Waldfreizeit für Schüler der ersten bis sechsten Klasse. Hexenschule und Kräutertag

Die 20 Kinder, die ausgelassen und fröhlich durch den Wald turnen, interessiert das wenig. Sie sind voll und ganz mit dem fünftägigen Programm beschäftigt. Das Angebot ist reichhaltig: Spielen in der Natur, Hexenschule, in der Zauberstäbe geschnitzt, Zaubertränke zubereitet und das Hexeneinmaleins gelernt wird, Fledermaus-Tag und Kräuter-Tag. Märchenerzählerin Gitta Pelzer, die ihre spannenden Geschichten direkt in den Wald einzubinden versteht, ist zu Besuch. Die Freizeit endet mit Schwirrholzbau, Pfeil- und Bogenschießen und einem Grillfest, zu dem dann auch die Eltern eingeladen sind. "Und jeden Tag haben wir selbst gekocht!", betont Sven stolz. "Darüber haben wir lange nachgedacht", sagt Backes. "Soll man Sechsjährigen schon scharfe Messer in die Hand geben? Aber es hat sich bewährt." Tatsächlich: Es gibt mal einen kleinen Schnitt und ein paar Tränen. Aber fünf Minuten später schnellt auf die Frage, wer die Petersilie schneiden will, auch der frisch bepflasterte Finger in die Höhe. Die relativ große Altersspanne machte den Waldfreizeit-Leitern zunächst Sorgen. "Aber auch das hat sich bewährt", sagt Backes. "Die Größeren übernehmen sehr selbstständig mehr Verantwortung." Beim Kochen vor der kleinen Hütte neben dem Forsthaus steht Christoph Postler wie ein Fels inmitten der ihn umbrodelnden Horde. Die vielfältigen Aufgaben lassen keine Langeweile aufkommen; jedes Problem, jede Unstimmigkeit schafft der Naturführer aus der Welt. Jeder spült seinen Teller selber

Wenn es den Kindern zwischendurch mal zu viel wird, toben sie gemeinsam durch das große Zelt oder über die Wiese und fangen Grashüpfer. "Ich lasse sie alle wieder frei", versichert die sechsjährige Anne, die schon besondere Geschicklichkeit beim Fangen entwickelt hat. Ganz von selbst kommen die Kinder dann wieder, um sich nach der nächsten Aufgabe zu erkundigen. Nach dem Essen spült jeder schnell selber seinen Teller; so ist die Schar ruck-zuck bereit für das nächste "Abenteuer Natur". Die Waldfreizeit wird vom 14. bis 18. August im Forsthaus Altenhof zwischen Trier-Biewer und Aach wiederholt. Ab acht Uhr können die Kinder gebracht werden, das Programm beginnt um 9 und endet um 16 Uhr. Kosten pro Kind: 75 Euro inklusive Verpflegung und Material. Anmeldungen bei Mark Backes, 0651/8249721 oder 0175/1851313.