Menschen in Schweich feiern Interkulturelles Fest

Gesellschaft : Eine Begegnung der Kulturen

Ein Schweicher Verein hatte zum ersten Interkulturellen Fest eingeladen. Aussteller, Musiker und Besucher ließen sich begeistern.

Vegane indische Linsensuppe, süßes Gebäck – und dazu Musik aus aller Welt, Spaß und Märchen für Kinder und jede Menge Informationen. Die Premiere von „Schweich baut Brücken”, einem Interkulturellen Fest, kam gut an.

Besucher Otmar Rößler war begeistert von der „guten Idee, Leute zusammenzubringen“. Das sei eine tolle Sache. Ein zentrales Anliegen sei ja Begegnung: „Und das hat’s auch gepackt – wir sind mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen.“ Nachmittags hätten es nur einige Besucher mehr sein können beim Fest, veranstaltet vom Verein Brücke Schweich-Kaboua, und gefördert von der Verbandsgemeinde (VG) im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!”.

Frank Borkam, Zweiter Vorsitzender der „Brücke“, die eine Region in Benin mit Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt, ist dennoch zufrieden. Schließlich sei es das erste Mal, dass so ein Fest in Schweich stattfinde und Menschen vieler Kulturen eine Bühne erhielten. Der Verein setzt damit ein Zeichen „für die Stärke der Vielfalt in Schweich“, fürs Brückenbauen und Abbauen von Berührungsängsten. Aussteller und Musiker – aus Malaysia, Afghanistan, Portugal und Afrika – fand Borkam über private Kontakte und das Multikulturelle Zentrum Trier.

Angeregt hatte das Fest Fedor Gehlen von „Demokratie leben“. Die von der VG geschaffene und mit Bundesmitteln geförderte Fachstelle wird verwaltet vom Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Trier-Saarburg. Borkam fühlt sich der Initiative schon wegen des derzeit weltweiten „Demokratie-Notstandes“ verbunden.

Umso erfreulicher ist aus Gehlens Sicht, dass so viele mitmachten beim relativ spontan geplanten Fest. Angesichts dieser Leistung der „Brücke“ ist er zuversichtlich, dass es 2020 ein zweites Fest geben wird. Es sei schön zu sehen, dass viele Kinder und Jugendliche dabei seien und für jedes Alter etwas geboten werde. Während der Nachwuchs spielte, konnten sich Erwachsene an etwa 15 Ständen unterschiedlicher Vereine und Initiativen informieren. Sie stellten ihr Engagement wie für verbesserte Lebensbedingungen weltweit vor – auch in der Hoffnung auf neue Mitglieder, finanzielle oder aktive Unterstützung. Das Schweicher Jugendforum und das „Café Miteinander“ nutzten das ebenso wie die „Seebrücke“, die Rivenicher Fatima Stiftung für Waisenkinder oder die Sankt-Georgs-Pfadfinderschaft Don Bosco Föhren. Am gleichen Stand präsentierten sich das Anti-Atom-Netz Trier und „fridays for future“. Ihre Beteiligung erklärt sich für Lehrer Philipp Jakobs von selbst: „Klimaschutz ist eine internationale Angelegenheit, die die ganze Welt und alle Kulturen betrifft.“ Schüler Henry Hofmann freute sich über das Interesse der Menschen, die ihnen offen begegneten. Die Politik mache das mit der Energiewende ja nicht wirklich gut. Daher müssten sie es selbst übernehmen, Konsumenten von erneuerbaren Energien zu überzeugen.

Hilfe an der Basis leistet der Verein „Nachbar in Not“, der Schweicher in wirtschaftlichen Notlagen unterstützt, was insbesondere Spenden, aber auch Mitgliedsbeiträge ermöglichen. Vorsitzender Vitus Blang hält Solidarität und ehrenamtliche Hilfe für unverzichtbar in der Gesellschaft.

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