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Menschenfreund und Kämpfer für die Sache

Menschenfreund und Kämpfer für die Sache

Großer Bahnhof für Jürgen Reinehr: 25 Jahre war der 63-Jährige Ortsbürgermeister von Föhren. Dafür dankten ihm die Gemeinde sowie Bürger, Vereine, Freunde und politische Weggefährten bei einer Feier im Industriepark.

Föhren. Wenn jemand mehr als 40 Jahre kommunalpolitisch aktiv war, davon 25 Jahre als Ortsbürgermeister, ist gemeinhin schnell vom "politischen Urgestein" die Rede. Dass bei der Feier zu Ehren von Jürgen Reinehr diese Floskel trotz zahlreicher Laudatoren kein einziges Mal verwendet wurde, mag man als Indiz dafür ansehen, dass sich der Geehrte gut gehalten hat. "Du hast alles gegeben und siehst noch blendend aus, ich verneige mich vor deiner Leistung", sagte Christiane Horsch, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde (VG) Schweich. Reinehr sei früher aber auch ein "politisch scharfer Hund" gewesen.
In der Tat hatte es der Jubilar als einer der ersten "roten" Ortsbürgermeister im CDU-dominierten Kreis Trier-Saarburg zunächst nicht einfach. Auch mit seiner Föhrener Widersacherin Rosi Radant (CDU) hat er so manchen Strauß ausgefochten. Doch diese Zeiten sind vorbei, heute versteht man sich prächtig. Radant, seit Mai neue Ortsbürgermeisterin der Meulenwaldgemeinde, dankte ihrem Vorgänger. Er habe die Geschicke des Ortes hervorragend geleitet und Föhren zu dem gemacht, was es heute sei - neue Baugebiete seien unter Reinehrs Regie entstanden, der Verknüpfungsbahnhof, der Autobahnanschluss, die Viezkelterstation, das Bürger- und Vereinshaus, der Industriepark Region Trier und vieles mehr. Ein Herzensanliegen seien ihm die französischen Partnergemeinden Monéteau und Sougères.
Deren Bürgermeister Robert Bideau und Christian Morel waren eigens aus Burgund angereist, um Reinehr zu danken. Die freundschaftlichen Kontakte seien seit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden in den Jahren 1992 (in Monéteau) und 1993 (in Föhren) immer enger geworden. Das zeige sich auf vielen Feldern und bei vielen Treffen, sagten die Gäste aus Frankreich. Auch Daniel Crené richtete herzliche Worte an seinen Freund.
Es war die Ära Willy Brandts, als Reinehr vor 42 Jahren in die SPD eintrat. Fast so lange ist er auch im Gemeinderat von Föhren aktiv, er gehörte dem Kreistag an und ist im Verbandsgemeinderat Schweich aktuell Sprecher der SPD-Fraktion. Er sei engagiert, ausgeglichen und stelle die Sache in den Vordergrund - so charakterisierten Kreisvorsitzende Katarina Barley und Landtagsabgeordnete Ingeborg Sahler-Fesel ihren Parteifreund. Lob gab es auch vom Kreisbeigeordneten und Rioler CDU-Landtagsabgeordneten Arnold Schmitt: "Föhren ist sehr gut aufgestellt."
Darbietungen der Vereine


Föhrener Vereine bedankten sich anlässlich der Feierstunde im Saal des Industrieparks Region Trier (IRT) mit Darbietungen beim langjährigen Ortschef, der seit einigen Monaten auch Vorsitzender des Sportvereins ist. Kostproben ihres Könnens gaben der Musikverein Meulenwald, der Gemischte Chor des Gesangvereins und die heimische Schautanzgruppe. Auch Kindergartenkinder hatten ein Lied einstudiert und überreichten Jürgen Reinehr ein selbst gemaltes Bild. Eine schöne Erinnerung an seine Amtszeit ist das Geschenk der Ortsgemeinde: Rosi Radant übergab ein Werk des Föhrener Malers Bernard Bardy, auf dem Viezkelterstation, Haus der Gemeinde, Bürgerhaus, Dorfbrunnen und Heimatmuseum abgebildet sind. Im Namen aller Ortsvereine dankte Georg Herteux. Die Zusammenarbeit sei stets angenehm gewesen. Mit einigen Anekdoten aus 25 Jahren Amtszeit und einem Jux-Film überraschte Rudolf Schöller. Der Geehrte selber dankte insbesondere seiner Frau Marlies für deren Verständnis und Unterstützung. "Ich habe versucht, meine Arbeit richtig und mit Begeisterung zu machen, und von dieser Begeisterung habe ich auch etwas von den Bürgern zurückbekommen."