Mertesdorfer sehen Müllverlagerung aus Saarburg kritisch

Mertesdorfer sehen Müllverlagerung aus Saarburg kritisch

Der Rat und die Bürger von Mertesdorf haben Bedenken gegen die Verlagerung von Altmüll aus der stillgelegten Deponie Saarburg in das Entsorgungszentrum in ihrem Ort. Das wurde bei einer Ratssitzung am Montagabend deutlich. Die Verlagerung ist eine von zwei Varianten, den alten Müll gesetzeskonform zu behandeln.

Die stillgelegte Mülldeponie in Saarburg wurde in der 50er-Jahren angelegt und muss im Interesse der Grundwassersicherheit vom Betreiber, dem Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier (ART), saniert werden. Soll dies durch Abdichtungsmaßnahmen vor Ort geschehen oder sollen die rund 280.000 Kubikmeter Saarburger Altabfall zur Zentralen Entsorgungszentrum nach Mertesdorf gebracht werden (TV vom 2. Juni).

In der Ruwergemeinde Mertesdorf stößt diese zweite Alternative auf keine Gegenliebe, zumal dort schon eine Diskussion um eine mögliche Ansiedlung des ART-Betriebshofs entbrannt ist.

Am Montagabend erläuterte ART-Geschäftsführer Max Monzel vor dem Mertesdorfer Gemeinderat und zahlreichen Zuhörern die beiden Möglichkeiten einer Deponiesanierung. Er machte dabei deutlich, dass eine Sanierung unumgänglich sein werde - sowohl aus gesetzgeberischer Sicht als auch in Interesse eines nachhaltigen Umweltschutzes. Monzel bezeichnete den "Umzug" des Altmülls auf noch freie Flächen in Mertesdorf als die wirtschaftlichste und umweltgerechteste Lösung. Alles andere seien teure Kompromisse ohne Nachhaltigkeit, besonders hinsichtlich der Grundwassersicherheit.

Die Ratsmitglieder wie auch die Zuhörer aus dem Ort verstanden zwar diese Argumentation, sahen andererseits Mertesdorf einmal mehr als Opfer seines Müllstandortes. In der sachlichen Aussprache überwogen die kritischen Fragen. "Soll Mertesdorf zugunsten von Saarburg auch noch dessen Altmüll übernehmen?", so der Tenor.

Ortsbürgermeisterin Ruth Wilhelm (CDU) forderte den Rat abschließend auf, nun alle Bedenken zu sammeln. Sie sollen einer "zeitnahen Resolution" der ART-Geschäftsführung zugehen. (f.k.)

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