Messe und Forum
Die deutsch-luxemburgische Ausstellung "Deulux" wird künftig von einem professionellen Messe-Veranstalter vermarktet und organisiert. Den familiären Charakter soll die "Deulux" aber behalten.
Trierweiler/Wasserbillig. Die "Deulux" ist keine Ausstellung wie jede andere. In ihrer 20-jährigen Geschichte fand sie abwechselnd alle zwei Jahre auf deutschem und luxemburgischem Boden statt. An die 100 Firmen aus der Grenzregion präsentieren dort ihre Waren und Dienstleistungen. Um dieses Alleinstellungsmerkmal weiß auch Walter Koltes, dessen Firma "Dörr & Koltes" ("Die Messe-Macher") aus dem schwäbischen Schwaigern die nächste "Deulux" vom 3. bis 5. Oktober auf dem Gelände der Firma "Soft-Carrier" im Gewerbegebiet Trierweiler-Sirzenich organisieren und vermarkten wird. "Das ist eine große Herausforderung, wir werden das hervorragende Produkt mit einem interessanten Branchenmix und einer guten Organisation weiter ausbauen", verspricht Koltes, der aus Kell (Hochwald) stammt.Veranstalter der "Deulux" bleibt die VG Trier-Land. Sie wird sich laut Bürgermeister Wolfgang Reiland nicht vollständig zurückziehen, sondern hat in Elmar Mertesdorf und Georg Schmeltzle weiterhin Ansprechpartner für die heimischen Firmen. Man habe sich professionelle Organisationshilfe gesucht, um die "Deulux" interessanter und zukunftsfähiger zu machen, begründet der Verwaltungs-Chef diesen Schritt. Den Charakter als familienfreundliche Messe und Begegnungsstätte für den Grenzraum solle die "Deulux" auf jeden Fall behalten, so Reiland.Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit sieht die Firma "Dörr & Koltes" in der Forcierung der Besucherwerbung und in einer stärkeren fachlichen Ausrichtung der "Deulux". Bis Januar sollen zunächst alle in Frage kommenden Firmen und Gewerbevereine aus der VG Trier-Land und dem luxemburgischen Grenzraum wegen einer Teilnahme angesprochen werden, so Koltes. Dann werde er auch ein Ausstellungskonzept vorlegen. Wenn es dem Branchenmix förderlich sei, kämen auch Aussteller aus den Randgebieten in Frage. Auf jeden Fall soll weiterhin das Motto "Klasse statt Masse" gelten. So sollen Handwerk, Industrie und Dienstleistungs-Sektor einen Schwerpunkt bilden, Straßenhändler will man möglichst fern halten. Auch soll die "neue Deulux" ein Forum für Interaktionen bieten. So ist beispielsweise an eine Berufs- und Ausbildungsbörse gedacht. Ferner sollen Senioren und Familien mit Kindern speziell berücksichtigt werden. Meinung Überfälliger Schritt Der Schritt, die Organisation der "Deulux" Profis zu überlassen, ist überfällig. Dass eine Verwaltung wie Trier-Land bisher überhaupt in der Lage war, eine so große Ausstellung zu schultern, ist aller Ehren wert, aber nicht mehr zeitgemäß. Die Konkurrenz schläft nicht, und die Messebesucher sind anspruchsvoller geworden. Firmen zu akquirieren, reicht alleine nicht aus, um eine erfolgreiche Ausstellung auf die Beine zu stellen. Auch ein etabliertes Produkt wie die "Deulux" muss kräftig beworben werden. Nur dann ist garantiert, dass die Menschen auch in Scharen kommen. Wichtig ist ferner eine Rundum-Betreuung der Aussteller. Sie sind auch Kunden, nicht nur die Besucher. Das Publikum beurteilt heute Messen nicht mehr nur nach dem fachlichen Angebot. Das steht weiter an erster Stelle, aber der Spaß- und Unterhaltungsfaktor darf nicht zu kurz kommen. a.follmann@volksfreund.de