Metall-Klau: Großbaustellen bevorzugt
Seit Metall an Wert gewonnen hat, ist es für Diebe zum Objekt der Begierde geworden. Gleich zwei Mal wurde Stahl beim Umbau des Feuerwehrhauses in Igel gestohlen. Jetzt wurde unweit davon eine Edelstahlleuchte abmontiert - waren wieder Metall-Klauer am Werk?
Igel. Als Elke Maqua aus Igel am Montagmorgen feststellte, dass ihre Edelstahl-Solarleuchte aus dem Vorgarten gestohlen worden war, hatte sie gleich den Verdacht, da seien Metall-Klauer am Werk gewesen. "Man hört und liest so viel davon. Beim Bau unseres Feuerwehrgerätehauses ist ja auch schon Metall weggekommen", sagt Maqua. Die Polizei geht jedoch eher von Vandalismus aus oder von einem Täter, der die schlanke Sonnenleuchte selbst gerne im Garten hätte. Privatgrundstücke und Vorgärten seien bis auf wenige Ausnahmen noch kein bevorzugtes Einsatzgebiet von Metall-Klauern, sagt Polizei-Sprecherin Monika Peters. Das liege auch daran, dass die Diebe in Wohngebieten ein viel höheres Risiko hätten, erwischt zu werden. Wachsame Nachbarn gebe es glücklicherweise überall. Anders sehe es im öffentlichen Verkehrsraum aus, wo auch schon ganze Geländer gestohlen worden seien. Auch Großbaustellen seien bevorzugte Orte für den Rohstoff-Diebstahl. Die Trierer Polizei hat im Juni mit Sonderkontrollen auf die zunehmenden Metalldiebstähle in der Region reagiert. 300 Personen wurden überprüft, 200 Fahrzeuge kontrolliert. Im Präsidiumsbereich Trier war die Fallzahl rapide angestiegen: von 20 im Jahr 2005 auf 113 im Jahr 2007. Der Gesamtschaden wird auf eine halbe Million Euro geschätzt; das Diebesgut reichte vom Kupferkabel über Dachrinnen bis hin zu Kanaldeckeln und Eisenbahnschienen. Beim Umbau des Igeler Feuerwehrgerätehauses waren Teile des abgebauten Altgerüstes gestohlen worden, die die Gemeindearbeiter in Bottiche aussortiert hatten. Nach Auskunft von Monika Peters sollten Zeugen, denen verdächtige Fahrzeuge auf Baustellen auffallen, das Kennzeichen notieren und sich bei der Polizei melden. Auch Rohstoff-Verwerter seien gefordert, ein wachsames Auge auf die Angebote zu werfen. Peters: "Wenn jemand mit zehn Kanaldeckeln kommt, müssten eigentlich alle Alarmglocken angehen."