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Meulenwaldfest dreht sich ums Forsthaus Quint

Meulenwaldfest dreht sich ums Forsthaus Quint

Seit das Forsthaus Quint vor 60 Jahren gebaut wurde, hat es sich stark verändert - genau wie der Försterberuf. Mit dem Meulenwaldfest am 19. September feiert das Forstamt Trier das Jubiläum des Hauses.

Trier. Früher wohnte und arbeitete man im Forsthaus Quint Tür an Tür. Heute organisiert das Forstamt von dort aus den Holzverkauf nach China und vermarktet den Wald als Touristenattraktion. "Als das Haus 1950 gebaut wurde, war Waldarbeit noch richtige Handarbeit", sagt Helmut Steuer vom Forstamt Trier. Es gab keine Motorsägen, die Waldarbeiter griffen zu Axt und Säge. Unter den Augen des sogenannten Haumeisters entfernten die Waldarbeiter die Rinde am Baumstumpf.

Danach begann das Sägen: "Zwei Männer brauchten rund eine Stunde, um einen Baum zu fällen", erzählt Steuer. Heute liegt der Baum in zwei Minuten am Boden. Das Pflanzen von Jungbäumen war Frauensache: "Die sogenannten Kulturfrauen waren Tage beschäftigt, um große Flächen zu bepflanzen", erinnert sich Steuer. Für die Waldarbeiter und Kulturfrauen von Quint war das Forsthaus am Waldrand Ausgangspunkt ihres Arbeitstags. Hier wohnte und arbeitete der Förster. Er überwachte die Fällarbeiten, organisierte Holzverkauf und Neupflanzung.

"Das Forsthaus war früher ein eigener Wirtschaftsbetrieb", sagt Dieter Heinemann, Büroleiter im Forstamt. Die Felder in der Umgebung habe der Förster bewirtschaftet. Im Seitenflügel des Hauses habe es einen Hühnerstall gegeben. Der Förster habe mit der Ernte seinen Verdienst aufgestockt.

Mit der Motorsäge, die Ende der 50er Jahre erstmals eingesetzt wurde, kam der Wandel: "Die Arbeit im Wald ging schneller", sagt Steuer. Eine kleine Zahl von Arbeitern habe in kurzer Zeit mehr Bäume fällen können als zuvor. Heute werde mit vollautomatischen Erntemaschinen gefällt. Die Folge: Der Holzverkauf wuchs und mit ihm auch der Verwaltungsaufwand. "Die Arbeit des Försters verlagerte sich zunehmend an den Schreibtisch", erklärt Steuer. So habe man sich entschieden, das Forsthaus Quint in ein reines Bürogebäude umzuwandeln. 2004 zog der Förster aus. Das Haus wurde umgebaut. Aus dem Hühnerstall wurden Büros.

Heute wird von hier aus der Wald vermarktet. Bäume aus dem Trierer Wald werden bis nach China verkauft. Mittlerweile ist die Holzproduktion aber nicht mehr das einzige Geschäft: "Wir wollen den Wert des Waldes auch in anderen Bereichen zeigen", erklärt Steuer. Umweltbildung ist das Stichwort. Förster führen Schulklassen durch den Wald. Das Forstamt veranstaltet Waldjugendspiele mit Waldläufen und Hindernisparcours. Ziel sei, Kinder für die Vielfalt der Natur zu sensibilisieren, sagt Steuer. Zudem versuche man den Wald als stadtnahes Erholungsgebiet zu etablieren. Heinemann fügt hinzu: "Das Aufgabenspektrum des Försters hat sich in den vergangenen Jahren deutlich vergrößert. Das Klischee des Försters mit Dackel und Hut ist überholt."

Beim Meulenwaldfest des Forstamts Trier am Sonntag, 19. September, steht das Jubiläum des Quinter Forstamtsgebäudes im Vordergrund. Es gibt Führungen durch das Forsthaus und viele Aktionen im Wald. Los geht's um 10.30 Uhr beim Forstamt Trier in Quint. Weitere Informationen unter www.wald-rlp.de.