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Michael Berger bringt Burger King zurück in die Trierer Simeonstraße

Kostenpflichtiger Inhalt: Gastronomie : Berger bringt Burger King zurück in die Sim

Ein Trierer Großgastronom eröffnet sein neuntes Fast-Food-Restaurant. Und er verspricht für den Fall des Eintracht-Aufstiegs eine spektakuläre Aktion.

Ältere Trierer erinnern sich noch an das erste Fast-Food-Restaurant in der Stadt: ein Burger King in der Simeonstraße, direkt gegenüber von Kaufhof. Eröffnet Ende der 1970er, verschwand er schon wenige Jahre später sang- und klanglos von der Bildfläche. Nun steht ein Comeback bevor: Burger King kehrt zurück – „Aber ganz anders. Nicht vergleichbar mit früher“, betont Betreiber Michael Berger (56), der von einem „persönlichen Wunschtraum, der nun endlich in Erfüllung geht“, spricht. Rund 15 Jahre habe er einen passenden Standort für seine dritte Hamburgerladen-Filiale in der Heimatstadt gesucht, ehe er fündig wurde. Seinen neunten Burger King (die anderen sind in Saarbrücken, Wittlich, Bitburg und Luxemburg) eröffnet er im Haus der ehemaligen Einhorn-Apotheke (Simeonstraße 9). In prominenter Umgebung: gleich an der Porta Nigra, und im Nebenhaus (Simeonstraße 8) hat Karl Marx von 1819 bis zu seinem Weggang aus Trier 1835 gewohnt.

Von außen deutet nichts auf das künftige Innenleben der Ex-Apotheke hin; hinter der historischen Fassade wird seit Monaten aus- und umgebaut. Knapp 100 Plätze im Erd- und ersten Obergeschoss soll das Restaurant bieten. So weit, so üblich. Unterscheiden will sich Berger von Mitbewerbern vor allem durch die Art und Weise, wie der Gast seine Speisen und Getränke ordert. Wurden in Triers Ur-Burger-King vor vier Jahrzehnten die Bestellungen von der Kasse aus via Mikrofon nach hinten an die Küche weitergegeben, so läuft nun alles digital und international ab. Die Terminals im Eingangsbereich werden zunächst sechssprachig (darunter Russisch und Spanisch) programmiert; mittelfristig soll ein gutes Dutzend weiterer Sprachen dazukommen, unter anderem Chinesisch: „Barrierefreiheit ist ein Trumpf“, findet Berger; einen Aufzug gibt es selbstverständlich auch. Weiterer Clou: ein betriebseigener, elektromobiler Lieferservice, der hinter dem Haus an der Rindertanzstraße stationiert wird.

Über die Höhe der Investition spricht Berger nicht, lässt aber durchblicken, dass er tief in die Tasche greift, um seinen Traum vom „Laden in absoluter Top-Lage“ so zu verwirklichen, „dass jeder sieht: Hier will einer Flagge zeigen!“

Berger ist seit mittlerweile einem Vierteljahrhundert im Gastronomie-Geschäft tätig und führt damit die Familientradition fort. Nach der Bankkaufmann-Lehre bei der damaligen Stadtsparkasse Trier studierte er Immobilienwirtschaft in Freiburg und war dann der letzte Betreiber der 2002 geschlossenen Berger-Gaststätten Goldener Stern und Schwarzer Ochse (Hauptmarkt/Fleischstraße). Das von ihm selbst aufgebaute Imperium Berger Group umfasst inzwischen 15 verschiedene Firmen, in denen er momentan rund 350 Mitarbeiter beschäftigt – „aus 38 Nationen“, wie der „stolze Trierer und bekennende Europäer“ hinzufügt. Im neuen Burger King schafft er 38 weitere Arbeitsplätze, 70 Prozent davon in Vollzeit. Neben Systemgastronomie als Franchise-Nehmer setzt Berger auf eigene Restaurant-Marken (Currymeister, Pizzeria Oro).

Weil die Berger Group weiter auf Wachstumskurs fährt, hat der Chef sich Verstärkung ins Boot geholt: Neben seiner „rechten Hand“ Frank Dier (47) assistiert ihm nun Sohn Raphael. Der 24-jährige BWL-Student an der Hochschule Trier verkörpert die vierte Generation der Berger-Dynastie und steigt in Sachen Marketing und Social Media zu. An seinem Vater schätzt Raphael Berger, „dass er immer als Visionär und ideenreicher, kreativer Querdenker unterwegs ist – als Unternehmensführer ein echtes Vorbild“.

Bleibt die Frage, wann der neue Burger King denn an den Start geht. Da will sich Michael Berger „ungern festnageln lassen, weil es mit der Eröffnung der Pizzeria Oro wegen der schwierigen Umbauarbeiten im alten Südbahnhof auch länger als gedacht gedauert hat“. Wunschtermin: spätestens am 30. Mai, dem letzten Spieltag der Fußball-Oberliga. „Und wenn mein Leib-und-Magen Verein Eintracht Trier dann den Aufstieg geschafft haben sollte, werde ich in der Sim mit Hamburgern und Cheeseburgern nur so um mich werfen.“