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Mieter können in Trier-Filsch wohl erst nächstes Jahr einziehen

Stadtentwicklung : Mieter können in Trier-Filsch wohl erst nächstes Jahr einziehen

Der soziale Wohnungsbau im Höhenstadtteil tritt auf der Stelle. Die Außenanlagen sind immer noch nicht fertig.

Das städtische Projekt Sozialer Wohnungsbau in Trier-Filsch steht offensichtlich unter keinem allzu guten Stern. Die Fertigstellung des Wohnkomplexes – und damit der von Mietern in Warteposition so sehnlichst herbeigesehnte Einzug – wird sich weiterhin verzögern, wenn demnächst nicht doch noch ein Wunder geschieht. Danach sieht es allerdings trotz bestem Bauwetter nicht aus. Zweck-Optimist Baudezernent Andreas Ludwig setzte zwar seine Hoffnung darauf, dass die Verzugsarbeiten für die Außenanlagen noch in der Woche vor Pfingsten starten werden. Doch vergebens. Die momentane Situation: Nichts tut sich.

Die Wohnanlage mit insgesamt 43 Einheiten liegt auf Trier-Filscher Terrain an der Grenze zum Nachbar-Stadtteil Tarforst. Kommt die Sprache auf das kommunale Projekt, ärgert sich der Ortsvorsteher von Trier-Filsch, Joachim Gilles, weil die an einer Wohnung Interessierten noch immer keine Perspektive von der Rathausverwaltung für eine konkrete Vermietung erhalten und damit weiterhin in der Luft hängen.

In einem Schreiben vom 20. April teilte Bürgermeisterin Elvira Garbes (damals noch zuständig) der FDP-Fraktion im Trierer Stadtrat mit, die Abnahme der Wohnungen sei zwischenzeitlich erfolgt, ein konkreter Bezugstermin könne aber noch nicht genannt werden.

Gegenüber dem TV bestätigt dies auch Baudezernent Andreas Ludwig, zu dessen Dezernat die städtische Wohnungswirtschaft mittlerweile gehört. Das Interesse, eine Wohnung in Filsch zu bekommen, scheint groß zu sein: Laut Baudezernent liegen der Verwaltung aktuell 103 Bewerbungen vor.

Eine Vergabe der Wohnungen oder gar Zusagen seien noch keine erfolgt, versichert Bürgermeisterin Elvira Garbes gegenüber der FDP-Stadtratsfraktion im besagten April-Schreiben. Was folgerichtig ist, wenn mit den für eine ordnungsgemäße Verkehrssicherungspflicht zwingend erforderlichen Außenanlagen – und damit auch den Zuwegen – überhaupt noch nicht begonnen wurde.

Viel Baumaterial für diese Außenanlagen lagert hinter einem hohen Bauzaun. Gut auszumachen an den mit Rost angesetzten Metallbändern, die das Steingut auf den Paletten zusammenhalten. „Es ist sehr ärgerlich, dass die Stadt ein Millioneninvest gestartet hat und die Früchte des Projekts nicht ernten kann“, bedauert Andreas Ludwig, zumal mit den 43 Sozialbauwohnungen die angespannte Wohnsituation in der Stadt zumindest etwas abgemildert werden könnte.

In der Verwaltung habe es bei dem Projekt „an keiner Stelle gehakt“, weist Andreas Ludwig Vorwürfe kritischer Stimmen zurück und zieht eine Parallele zum fertigen Vergleichsprojekt in Mariahof. Allerdings seien in Filsch die Planungen und Abstimmungen im Baugebiet BU 14 „wesentlich umfangreicher und aufwendiger“ gewesen.

Andreas Ludwig listet dazu die Daten auf: Vertragsabschluss im März 2017, Baubeginn im April 2018. Das große Manko: „Der wichtigste Auftragnehmer lieferte eine Leistung, mit der wir nicht zufrieden waren“, betont der Baudezernent und ist „froh, dass wir die Ausführungsfehler bemerkten“.

Für ihn noch schlimmer wäre ein Szenario, wenn die Mängel hätten beseitigt werden müssen, nachdem die Wohnungen bereits bezogen gewesen wären. Konkrete Zahlen, die den Schaden für den zögerlichen Baufortschritt beziffern oder aber für die Mehrkosten, liefert Andreas Ludwig auf Anfrage nicht. Nur so viel: Die Liegenschaft verfüge über 2649 Quadratmeter Wohnfläche zu sechs Euro Mietzins pro Quadratmeter.

Errechnen lässt sich daraus eine monatliche Nettokaltmiete von insgesamt 15 894 Euro bei Vollbelegung, die der Stadt seit etlichen Monaten durch die Lappen gehen. Gründe, warum nach den Ausbesserungsarbeiten der Baumängel die Grünanlagen und Wege immer noch nicht gestaltet sind, liefert die Stadt keine.