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Migration gibt es seit Jahrhunderten

Migration gibt es seit Jahrhunderten

"Kreisjahrbücher? Das ist etwas für Heimatkundler und Kommunalpolitiker, die sich gerne auf Fotos sehen". Dieses Vorurteil widerlegen die Autoren des Trier-Saarburger Jahrbuchs 2017. Denn sie zeigen unter anderem, dass Integration und Migration keine Erfindung des Jahres 2015 sind.

Trier. Die 275-Jahrfeier von Damflos wird ebenso erwähnt wie das neue Leitungsteam der Meulenwaldschule Schweich. Doch das Kreisjahrbuch 2017 des Landkreises Trier-Saarburg hat viel mehr zu bieten als eine Aufzählung mehr oder minder wichtiger Ereignisse. Für die vorgestellte Ausgabe hat sich die Redaktionskonferenz ein Leitthema gesucht, das so historisch wie aktuell ist: Migration. Dazu sagt Landrat Günther Schartz: "Es wäre vor einem Jahr noch zu früh gewesen, das Thema in den Mittelpunkt zu stellen." Denn Ende 2015 war unklar, wie sich die Zahl der Asylbegehrenden entwickelt. Busseweise kamen damals Menschen an. Zeitweise schien es so, als ob die Unterbringungskapazitäten erschöpft sind.
Inzwischen ist die Zahl der neu ankommenden Asylsuchenden stark zurückgegangen. Die Lage hat sich normalisiert. Das Thema dominiert nicht mehr die Medien und die Gespräche der Menschen. Und trotzdem ist es Schwerpunktthema geworden. Warum? Dazu schreibt Landrat Schartz in seinem Vorwort: "Ein Blick in die Geschichte lehrt uns, dass es immer Menschen gab, die sich aus unterschiedlichen Gründen zu neuen Ufern aufgemacht haben." Das Buch eigne sich sogar für den Schulunterricht, da es deutlich mache, dass nicht nur Menschen nach Deutschland und in die Region kommen. Sondern, dass viele Menschen auch die Region verlassen haben. Die einen suchten in den USA oder in Brasilien ein besseres Leben, die anderen kamen als Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg in den Landkreis. Das Thema Migration wird dabei unterschiedlich beleuchtet. Mal in Interviewform als Gespräch mit der Journalistin Düzen Tekkal, mal als Bericht über eine heute in Brasilien lebende frühere Kaseler Weinkönigin bis hin zu einem bis auf den Schlussteil faktenorientierten Beitrag über die Aufnahme von Vertriebenen nach 1945.
Das Kreisjahrbuch gibt es für 7,50 Euro in den Buchhandlungen im Kreis und in der Stadt Trier sowie im Bürgerbüro der Kreisverwaltung. Der Band kann per E-Mail bestellt werden unter kreisarchiv@trier-saarburg.de har