Millionen für die Trierer Mäusheckerhalle?

Millionen für die Trierer Mäusheckerhalle?

Vier Millionen Euro könnte Trier für die Komplettsanierung der Sporthalle am Mäusheckerweg erhalten – sofern das Projekt in ein neues Sonderförderprogramm des Bundes aufgenommen wird. Triers Baudezernent rechnet sich „große Chancen aus“. Doch die baufällige Trierer Halle ist nur eins von 980 Objekten, die für den Fördertopf angemeldet worden sind.

Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. So ähnlich dürfte es Triers Baudezernent Andreas Ludwig durch den Kopf gegangen sein, als der Bund im vergangenen Oktober kurzfristig einen neuen Fördertopf aufmachte: "Sanierung Sport-, Jugend- und Kultureinrichtungen" ist das einmalige Zuschussprogramm überschrieben, aus dem Ludwig vier Millionen Euro für die Sanierung der seit September 2014 wegen Baufälligkeit gesperrten Sporthalle am Mäusheckerweg ziehen will (der TV berichtete am 16. November 2015).

"Die Bedeutung dieser großen Sporthalle am Mäusheckerweg strahlt weit über die Stadtgrenzen hinaus - nicht nur deshalb rechne ich mir große Chancen aus, dass unser Projektantrag berücksichtigt wird", sagte Baudezernent Ludwig am Rande eines Pressegesprächs zur Wiedereröffnung der renovierten Sporthalle der Barbara-Grundschule Anfang der Woche.

Nimmt der Bund die Mäusheckerhalle in das Förderprogramm auf, würde es bis zu vier Millionen Euro für den geplanten Teilabriss und Wiederaufbau der großen Dreisportfeldhalle am Mäusheckerweg in Pfalzel geben. Die Stadt müsste "nur" noch rund 1,6 Millionen aufbringen - zumindest nach der bisherigen Kalkulation der Kosten.
Doch nicht nur Trier ist klamm. "Insgesamt haben Städte und Landkreise Zuschussanträge für 980 Projekte eingereicht - was eine sehr, sehr große Bewerberzahl ist", erklärt Christian Schlag, Pressesprecher des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung auf Nachfrage des Trierischen Volksfreunds. Das Institut hat im Auftrag des Bundesbauministeriums die Abwicklung des neuen Förderprogramms übernommen.
Insgesamt ist der Zuschusstopf 100 Millionen Euro schwer. "Um alle eingereichten Projekte bewilligen zu können, müsste es zwanzigmal so viel Geld sein", sagt Schlag. Es müsse also ausgesiebt werden. "Leider kann nicht jede Kommune berücksichtigt werden", sagt der Institutssprecher.

Nach welchen Kriterien die Jury dabei vorgeht, will Schlag nicht im Einzelnen öffentlich machen. Die Qualität des eingereichten Sanierungskonzepts werde aber sicherlich eine Rolle spielen.
Damit könnte Trier punkten: Denn das Sanierungskonzept für die Halle lag bereits so gut wie fix und fertig in der Schublade, als der Bund am 6. Oktober zur Bewerbung aufrief. Den Kommunen blieb nur bis zum 13. November Zeit, ihre Unterlagen aufzubereiten und einzureichen. Wer nicht vorbereitet war, dessen Bewerbung könnte Lücken haben.
"Anfang Februar wird bekannt gegeben, welche Kommunen mit welchen Projekten in das Förderprogramm aufgenommen werden", kündigt Pressesprecher Christian Schlag an.

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