Millionen für neue Medien: Schulen in Stadt und Kreis sollen digitaler werden

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Die Schulen in Trier und im Landkreis sollen fit für die digitale Zukunft gemacht werden. Es gibt reichlich Förderung und viele offene Fragen.

Früher war alles einfacher. Da konnte man beispielsweise über Jahrzehnte hinweg im Erdkundeunterricht dieselben Landkarten verwenden. Erst die Wiedervereinigung machte einen Tausch notwendig. Die neuen Medien haben diese lange Nutzungsdauer nicht mehr. Deshalb stellt der Bund bis 2024 mehr als zehn Millionen Euro für die Digitalisierung der Schulen in Trier und im Landkreis Trier-Saarburg zur Verfügung. Das ist viel Geld und eine Herausforderung.

Zwar steht fest, welche Summe für jede Schule zur Verfügung steht. Es sind 15 000 Euro pro Schule sowie knapp 410 Euro pro Schüler. Doch bisher ist offen, was genau geschehen soll. Das hat mehrere Gründe. Denn erst einmal müssen die Schulträger Grundsatzbeschlüsse fassen. Der Kreistag Trier-Saarburg wird dies in seiner Sitzung am kommenden Montag (16 Uhr, Kreishaus in Trier) tun, der Stadtrat Trier am Dienstag (17 Uhr, Rathaus). Außerdem sind für die Grundschulen im Kreisgebiet noch die Verbandsgemeinden gefragt.

Für das kirchliche Angela-Merici-Gymnasium ist hingegen beispielsweise das Bistum Trier gefragt, beim evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Schweich die entsprechende kirchliche Stiftung. Neben dieser eher formalen Voraussetzung kommt es vor allem auf die Schulen selbst an. Die müssen Medienkonzepte vorlegen, wie sie sich Einsatz und Ausstattung vorstellen. Und das dürfte aufgrund der bisherigen Ausstattungen nicht nach einem 08/15-Schema abzuhandeln sein.

In der Verbandsgemeinde Schweich beispielsweise ist in der Vergangenheit bereits viel in die Medienausstattung investiert worden. Wolfgang Deutsch, Büroleiter der Schweicher Verwaltung, sagt deshalb scherzhaft: „Für uns kommt der Digitalpakt fast schon zu spät. Digitale Whiteboards sind die Regel.“ An diesem Punkt wird ein Dilemma deutlich. Denn diese Tafeln gelten heute als veraltet und müssen ersetzt werden durch Touchscreens, also Bildschirme, die man durch Berührung bedienen kann, wie ein modernes Smartphone. Das bestätigt die Leiterin der Föhrener Grundschule, Cordula Frigerio. Sie und ihre Kollegen würden sich Gedanken darüber machen, wo und wie der Einsatz neuer Medien pädagogisch sinnvoll sei. „Es nutzt nämlich nichts, einfach nur Geräte hinzustellen.“

Rektor Eugen Lang von der Trierer Kurfürst-Balduin-Realschule plus wünscht sich unter anderem eine schnellere Anbindung an das Netz. Zudem muss ein Konzept her, das alle Beteiligte mittragen. „Was nutzen uns die tollsten Geräte, wenn sie nicht genutzt werden“, begründet er diese Vorgehensweise. Bleibt die Frage, wer solch ein Konzept erstellt. Informatiklehrer sind aufgrund ihrer Kenntnisse prädestiniert für solch eine Ausarbeitung. Doch die gibt es in Realschulen plus normalerweise nicht.

Vergleichsweise gut steht hingegen das Saarburger Gymnasium da. Schulleiter Andreas Schreiner sagt, dass das Thema digitale Medien seit vielen Jahren eine wichtige Rolle spiele. „Wir haben bereits ein Medienkonzept“, sagt er. Das sei Basis für das geforderte neue Konzept, das bis Ende des Schuljahres vorliegen soll. Im Wege des Breitbandausbaus im Landkreis hat die Saarburger Schule einen Glasfaseranschluss erhalten. Der kann noch nicht genutzt werden, da zuvor in die informationstechnische Infrastruktur investiert werden muss.

Das Thema Glasfaser spielt auch beim Bistum Trier eine Rolle, das Träger von 20 Schulen ist. Derzeit erarbeitet die Schulabteilung laut Pressestelle eine Digitalstrategie. Ziel: gleiche Standards an allen Bistumsschulen. Herausforderung: Der von der Bundesregierung angekündigte Breitbandausbau ist noch nicht an allen Schulstandorten erfolgt. „Vielerorts gibt es noch keine Glasfaserkabel, was eigentlich die Bedingung für eine zukunftsbasierte Digitalstrategie ist.“

Ehe Datenleitungen verlegt werden, müssen die kommunalen Schulträger ihre Teilnahme am Digitalpakt beschließen. Davon ist aufgrund der Vorberatungen auszugehen. Wobei es auch kritische Anmerkungen gegeben hat. So hat in Trier Jutta Albrecht (CDU) auf die Folgekosten hingewiesen. Für die Stadt wird für den Zeitraum bis 2024 mit Investitionen von rund zwei Millionen Euro gerechnet. 6,5 Millionen Euro sollen Rechner und Medien kosten. Für Wartung und Administration sind 3,9 Millionen vorgesehen. Von diesen insgesamt mehr als zwölf Millionen Euro zahlt der Bund rund 6,4 Millionen Euro.

Für kreiseigene Schulen zahlt der Bund rund 4,1 Millionen Euro. Hinzu kommen rund 410 000 Euro Eigenanteil. Bei der Personalausstattung hat man in Trier konkrete Zahlen: 14 Mitarbeiter werden laut Vorlage für den Stadtrat benötigt, um die neue digitale Infrastruktur am Laufen zu halten. In der Vorlage für den Kreistag heißt es dazu, dass „eine nicht unerhebliche Erhöhung“ der Mitarbeiterzahl in den kommenden Jahren unumgänglich sei.