Millionenprojekt vorerst gestoppt - Stadtwerke Trier finden keine Investoren für Pumpspeicherkraftwerk RIO

Millionenprojekt vorerst gestoppt - Stadtwerke Trier finden keine Investoren für Pumpspeicherkraftwerk RIO

Die Stadtwerke Trier (SWT) sehen sich gezwungen, die Partnersuche für das Pumpspeicherkraftwerk RIO an der Mosel zum jetzigen Zeitpunkt nicht fortführen. Die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen lassen vorerst keine weiteren Aktivitäten zu.

Um das Genehmigungsverfahren bis zur Baureife zu durchlaufen, müssten voraussichtlich noch rund sieben Millionen Euro in die weitere Projektentwicklung investiert werden. Diese Investition wollten die SWT unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht alleine stemmen. Deswegen haben sie in den letzten Monaten nach Partnern gesucht, die sich an der weiteren Projektentwicklung beteiligen. "Obwohl das Interesse an unserem Projekt, gerade vor dem Hintergrund der Vorgaben des neuen Strommarktgesetzes, deutlich zu erkennen ist, konnten wir noch keine Partner finden, die verbindlich bereit waren, unter den aktuellen Rahmenbedingungen in das Projekt zu investieren", teilt nun SWT-Vorstandssprecher Dr. Olaf Hornfeck mit. Aus diesem Grund haben die Stadtwerke Trier in Abstimmung mit den Gremien beschlossen, die Partnersuche erst dann fortzuführen, wenn absehbar ist, welche Rolle Energiespeicher und Online-Regler im Energiemarkt der Zukunft spielen und wie diese Dienstleistungen vergütet werden. 3,5 Millionen Euro hat die Projektgesellschaft seit 2011 in das Raumordnungsverfahren und die Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren des Pumpspeicherkraftwerks an der Mosel investiert.

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"Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass unser Pumpspeicherkraftwerk PSKW RIO die derzeit einzige, in dieser Größenordnung technische Möglichkeit für die Energiewende in der Region ist. Denn bisher gibt es keine andere Lösung, um Strom aus erneuerbaren Energien in großen Mengen und mit vergleichbaren Wirkungsgraden, grundlastfähig und ausgeregelt, also unabhängig von der Witterung, bereitzustellen. Leider vermissen wir dafür noch immer die Unterstützung, insbesondere seitens der Bundespolitik", fasst Projektleiter Rudolf Schöller zusammen.

Davon lasse man sich aber nicht entmutigen und arbeite weiter an Lösungen, um den Anstieg an schwankender Stromerzeugung durch intelligente Netze, dezentrale Speicher und digitale Steuerung in das Versorgungssystem zu integrieren, so Schöller. Ein Beispiel dafür sei das Projekt "Energiewaben - Regionale Energieversorgung der Großregion", das von der EU gefördert wird. In dem Projekt untersuchen die SWT gemeinsam mit weiteren Projektpartnern, unter anderem aus Metz, Remich und Ostbelgien, wie die Großregion aufgestellt sein muss, um eine Energieversorgung allein aus erneuerbaren Energien zu stemmen. "Dass wir hier in Trier überhaupt die Möglichkeit haben, das PSKW RIO als Energieregler und -speicher für erneuerbare Energien für die Region in Betracht zu ziehen, ist eine Riesenchance. Es fragt sich nur, wann die Zeit kommt, dass wir diese Chance auch nutzen dürfen", blickt Schöller in die Zukunft.

Wie und wann das aktuell laufende Flurbereinigungsverfahren Pumpspeicherkraftwerk RIO fortgesetzt wird, stimmen die SWT derzeit mit dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel (DLR) ab. Im Jahr 2014 hatte das DLR als zuständige Behörde begonnen die Eigentümer der Grundstücke im Verfahrensgebiet sowie interessierte Bürger über die Ankaufsmodalitäten und den weiteren Ablauf des Verfahrens zu informieren. Seitdem liefen Vorgespräche zwischen der Behörde und den einzelnen Grundstückseigentümern, damit im Falle eines Baus, die Flächen schnellst möglich zur Verfügung stehen. Sobald eine Entscheidung getroffen ist, werden die Grundstückseigentümer informiert. Die SWT setzen sich dafür ein, die bestmöglichen Bedingungen für alle Beteiligten zu schaffen.