Minister mischt mit

TRIER-TARFORST. Einen kurzen Besuch stattete der rheinland-pfälzische Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Jürgen Zöllner (SPD), dem Institut für Biogeographie an der Universität Trier ab. Dabei lobte er vor allem das große Engagement der Mitarbeiter. Denn das Fach "Biogeografie" ist kein traditionelles Fach an der Uni Trier – erst im Jahr 2000 ist das Institut von Saarbrücken nach Trier verlegt worden.

"Biogeografie, was ist das überhaupt?", mag man sich zunächst fragen - dem Namen nach hat das Fach sowohl mit Biologie als auch mit Geografie etwas zu tun. Doch was genau wird erforscht? Gerhard Wagner kennt sich aus. Er leitet die Umweltprobenbank des Faches Biogeografie: "Wir betreiben angewandte Umweltforschung", erklärt der wissenschaftliche Mitarbeiter. "Dabei untersuchen wir die Verteilung von Pflanzen und Tieren auf der Erde oder bestimmen verschiedene Arten. So können wir zum Beispiel eindeutig eine Gelbhalsmaus von einer Rötelmaus unterscheiden." Auf den sonst so ruhigen Fluren herrschte kurz vor dem Besuch des Mainzer Wissenschaftsministers gespanntes Treiben. Neben zahlreichen Professoren, Dozenten und Mitarbeitern hatte sich auch Universitätspräsident Professor Peter Schwenkmezger angekündigt. Professor Paul Müller, der eigentlich schon seit April dieses Jahres im Ruhestand ist, führte Zöllner durch die Labore und Flure des Faches Biogeografie, die im Trierer Wissenschaftspark auf dem Petrisberg untergebracht sind. Nach einem Besuch des Flüssigstickstofflagers führte er Zöllner durch den Kernbereich des Faches, die Umweltprobenbank. "Wir fahren mit einem Auto raus und nehmen Proben, die wir dann im Labor analysieren", erklärte Müller. "Die gesammelten Daten werden dann ans Umweltinformationssystem weitergegeben." Zöllner war sichtlich interessiert an den Forschungsmethoden der Trierer Biogeografen, zumal er sich als Professor für Medizin selbst mit Molekularbiologie und Gentechnologie beschäftigte. "Es gibt gute und es gibt schlechte Institutionen", sagte Zöllner im Gespräch mit dem TV, "und dieses ist eine brillante Institution. Die vielen Mitarbeiter belegen den Erfolg dieses Faches." Dabei war es Zöllner selbst, der sich unter anderem für den Umzug des Faches von der Universität des Saarlandes in Saarbrücken nach Trier vor sechs Jahren einsetzte. Einmalig in Deutschland

Im Bereich der Geowissenschaften sollte sich die Biogeografie in Trier gut integrieren: "Wir haben hier etwa 200 Studierende", erklärt Professor Roland Klein. "Dabei richten wir unser Augenmerk auf die Erforschung und die Verteilung von Tier- und Pflanzenarten. In dieser Form, wie wir es betreiben, wird es an keiner anderen deutschen Universität gelehrt." Mit der Einführung der neuen Bachelor- und Master-Abschlüsse ab dem Wintersemester 2007/2008 wird das Fach Biogeografie an der Uni Trier zusammen mit der Toxikologie und der Geobotanik zum Fach "Biogeoanalyse" umgewandelt - vielleicht ein Grund für weiteren Besuch aus Mainz.