Mister Waynes unfeine Masche

Auf 7000 Euro beläuft sich ein Scheck, den ein Trierer Ehepaar für ein nur 2500 Euro teures Auto erhalten hatte. Die 4500 Euro Differenz sollten sie auf das Konto des Käufers zurück überweisen. Doch die Grässers rochen Lunte - und entgingen dem Betrug. "Diese Masche tritt in vielen Varianten auf", warnt die Polizei vor diesen "Schüttelschecks".

 Vorsicht Falle: Diesen Scheck über 7000 Euro wollte ein Betrüger einem Trierer Ehepaar andrehen. TV-Foto: Christiane Wolff

Vorsicht Falle: Diesen Scheck über 7000 Euro wollte ein Betrüger einem Trierer Ehepaar andrehen. TV-Foto: Christiane Wolff

Trier. Für 2700 Euro hatte Anton Grässer sein 15 Jahre altes Auto bei einem Internet-KFZ-Händler angeboten. Nur wenig später landete die erste Mail in seinem Postfach. "Ein Mister Wayne hatte uns geschrieben, auf Englisch", erklärt Grässer. 2500 Euro bot Mister Wayne für den Wagen. Er bestreite seinen Lebensunterhalt durch den Handel mit Autos, die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis sei sein Einkommen. Deshalb wollte er den Grässers einen höheren Scheck als über 2500 Euro ausstellen, die Differenz sollte das Ehepaar an Mister Wayne zurück überweisen. Dass der Scheck höher ausfalle als der tatsächliche Kaufpreis, bereite ihm eine gute Verhandlungsbasis gegenüber dem nächsten Käufer. "Die Geschichte klang schlüssig", erzählt der 50-jährige Anton Grässer. "Wir haben uns zwar gewundert, dass er weder das Auto noch uns kannte und uns trotzdem einen Scheck schicken wollte, aber bitte", ergänzt seine Frau. Wie hoch der Scheck sein würde, hatte Mister Wayne nicht geschrieben.Vier Wochen lang hörten die beiden nichts mehr von dem dubiosen Käufer. "Wir dachten, es hätte sich jemand einen Scherz erlaubt", sagt Anton Grässer. Kurzentschlossen hängte er einen "Zu verkaufen"-Zettel an die Scheibe seines Wagens. "Freitags hatten wir das Auto dann bar verkauft, samstags war der Scheck von Mister Wayne im Briefkasten."Der Scheck steckte in einem braunen Umschlag, auf dem mit ausladender Handschrift die Adresse der Grässers und "GERMANY" geschrieben steht und eine blaue "Air Mail" und eine ausländische Briefmarke kleben. "Als wir gesehen haben, auf welche Summe sich der Scheck beläuft, war uns gleich klar, da ist was faul", sagt Grässer. Auf stolze 7000 Euro ist der Verrechnungsscheck ausgestellt. 4500 Euro sollten die Grässers zurück überweisen. Aus Neugier trug Grässer den Scheck von der australischen "St. George Bank" zur Sparkasse. "Die wussten gleich, was los war", sagt er. Theoretisch hätten sich die Grässers das Geld auf ihr Konto gutschreiben lassen können, angekommen wäre es allerdings voraussichtlich nie. "Besonders ausländische Schecks können noch wochenlang zurück gefordert werden", erklärt Polizei-Pressesprecherin Monika Peters. Viele schöpfen keinen Verdacht

Hätten die Grässers zwischenzeitlich die 4500 Euro Differenz zum Verkaufspreis ihres Autos auf ein ausländisches Sperrkonto überwiesen, wären sie das Geld los gewesen. "Und die Gebühr für die Verarbeitung eines ausländischen Schecks hätten wir auch noch zahlen müssen", sagt Grässer. "Häufig arbeiten die Betrüger mit kleineren Summen", beschreibt Peters die Masche. "Da heißt es dann, es sei versehentlich eine zu hohe Summe auf den Scheck geschrieben worden, ob man die Differenz nicht zurück überweisen könne." Häufig gehe es lediglich um ein paar hundert Euro. "Viele schöpfen da keinen Verdacht", sagt Peters. Wäre Mister Wayne weniger gierig gewesen, wären vielleicht auch die Grässers auf den Betrug reingefallen. "Bei einem Scheck über 3000 Euro hätte ich die 500 Euro Differenz wahrscheinlich zurück überwiesen", sagt Anton Grässer. Schüttelschecks Ausländische Schecks werden regulär zunächst mit dem Vermerk "Eingang vorbehalten" (E.v.) von der Bank gutgeschrieben. Anschließend nimmt die Bank mit dem auf dem Scheck verzeichneten Geldinstitut Kontakt auf. Laut Sparkasse Trier kann es bis zu einem halben Jahr und länger dauern, bis feststeht, ob der Scheck gedeckt ist oder nicht. Platzt der Scheck, bucht die heimische Bank die Gutschrift wieder ab. Auch "Fantasie-Schecks" bei denen das angegebene Kreditinstitut gar nicht existiert, werden - wenn sie nicht offensichtlich verdächtig sind - zunächst ungeprüft von Banken gutgeschrieben. Innerhalb der EU rät die Sparkasse zu EU-Standardüberweisungen, die nicht vom Einzahler zurückgefordert werden können. Bei Verkäufen über das Internet sollten laut Sparkasse generell keine ausländischen Schecks akzeptiert werden. Kunden, die sich trotzdem darauf einlassen, sollten am Schalter das Gespräch mit dem Bankmitarbeiter suchen, um über mögliche Gefahren aufgeklärt zu sein.