Mit 90 auf dem Rad

TRIER. Helene Neuenhofen wurde am Mittwoch 101 Jahre alt. Bei dem besonderen Wiegenfest mischte sich auch Schul- und Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink unter die Gratulanten.

Wer auf 101 Jahre zurückblicken kann, hat einiges erlebt. Das trifft auch auf Helene Neuenhofen zu. Die Jubilarin hat zwei Weltkriege überstanden. Sie kann sich an schöne und traurige Ereignisse erinnern und hat drei Kinder groß gezogen. "So einfach war es nicht immer, das Leben", sagt Helene Neuenhofen. Ihr 101. Wiegenfest gehört aber eindeutig zu den schönen Erlebnissen in ihrem Leben. Ihren 101. Geburtstag feiert Helene Neuenhofen im Kreise ihrer Familie im Mutter-Rosa-Altenzentrum, in dem die Jubilarin lebt. Vor elf Jahren verlegte die gebürtige Westfälin ihren Wohnsitz von Münster nach Trier, um zunächst zu ihrer Tochter zu ziehen. Vor ihrem Umzug in die Moselstadt lebte Helene Neuenhofen noch in ihrem eigenen Haus in Münster. Nach dem Tod ihres Mannes führte sie den Haushalt allein. Leidenschaftlich gerne traf sich die Seniorin mit ihren Freundinnen zu gemeinsamen Kaffeekränzchen. "Mit 90 Jahren ist meine Mutter noch mit dem Fahrrad durch Münster gefahren", erzählt Tochter Monika Ahrens. Seit 2000 wohnt Helene Neuenhofen im Mutter-Rosa-Altenzentrum und hat sich dort ihr eigenes kleines Reich eingerichtet. In ihrem Appartement stehen viele Kinderfotos. Kein Wunder, denn Helene Neuenhofen ist mittlerweile sechsfache Oma und zweifache Uroma. Auch Schul- und Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink überbrachte persönlich seine Glückswünsche. "So alt wird man nur, wenn der westfälische Dickkopf durchkommt", sagte Holkenbrink schmunzelnd, dessen Eltern ebenfalls aus Münster stammen. Im Altenzentrum Mutter Rosa besucht Helene Neuenhofen besonders gerne die Konzerte, die regelmäßig stattfinden. Auch wenn sie durch ihre Hörprobleme nicht mehr jeden Ton wahrnehmen kann, lauscht sie trotzdem gerne den musikalischen Klängen. Das Fahrradfahren hat sie seit ihrem Umzug nach Trier lieber aufgegeben. Schließlich ist es in der Moselstadt längst nicht so schön flach wie in Münster.

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