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Mit Balu durch den Dschungel des Lebens

Mit Balu durch den Dschungel des Lebens

Vor mehr als zehn Jahren ist das Projekt "Balu und Du" ins Leben gerufen worden: 2002 treten die ersten Balus in Osnabrück in Aktion, seit diesem Jahr auch in Trier. Zwölf ehrenamtliche Helfer, überwiegend Studenten der Pädagogik und Psychologie, wollen Kinder durch den Dschungel des Lebens begleiten.

Trier. Als der kleine Junge Mogli im Dschungel von seinen Eltern durch den bösen Tiger Khan getrennt wird, ist es der gutherzige Bär Balu, der sich seiner annimmt und mit Spaß durch den Dschungel des Lebens führt.
Nach diesem Vorbild stellt der ehrenamtliche Verein "Balu und Du" seit 2002 Grundschülern Mentoren im Alter von 17 bis 30 Jahren zur Seite, um ihnen den Weg durch das Leben zu erleichtern. Zusammen mit dem Caritasverband Trier fasst "Balu und Du" ab diesem Jahr auch in Trier Fuß. Das Prinzip ist simpel: ein Mentor (Balu) und ein Grundschüler (Mogli) sind ein Team. "Die Eins-zu-eins-Betreuung ist uns wichtig: ein Kind, ein Mentor, ein Jahr lang, einmal die Woche für ein bis drei Stunden außerhalb der Schule", erklärt der Geschäftsführer von "Balu und Du", Dominik Esch, den Grundgedanken des Vereins. Dabei wird es den Lehrern überlassen die Kinder für das Projekt auszusuchen, Vorgaben gibt es keine. "Es sind Kinder, um die sich die Lehrer Sorgen machen", sagt Hong Diep Le, Projektkoordinatorin beim Caritasverband Trier.
"Es geht auch nicht darum, unglaublich aufregende Dinge zu erleben, sondern einfach Zeit miteinander zu verbringen", sagt Annebärbel Neurohr-Marquenie, Projektverantwortliche beim Caritasverband. Eine fröhlichere Grundstimmung der Kinder ist der Fokus aller Helfer. "Klar sind die Moglis happy, aber es macht auch mich glücklich", erzählt Mascha Hansen, die seit vier Monaten bei dem Projekt dabei ist. Sie und ihr Mogli fahren meist mit dem Fahrrad durch Trier - und das nicht nur, weil bei 2,50 Euro Budget pro Treffen der Bus zu teuer ist. Das Selbstbewusstsein ihres kleinen Schützlings liegt der Lehramtsstudentin am Herzen: "Er ist schon viel sicherer im Straßenverkehr geworden."
Balu Gina Senkbeil ist es wichtig, dass eine freundschaftliche Beziehung entsteht, "denn der Mogli braucht keine zweite Mutter oder Lehrerin". Die Studentin der Erziehungswissenschaften ist bei einem Praktikum in Bonn auf das ehrenamtliche Projekt gestoßen. "Es ist zwar viel Arbeit, aber die Kinder sind super dankbar." Aber auch, wenn es eine freundschaftliche Beziehung sein soll, heißt das nicht, dass der Mogli nicht auch was lernen kann. Zum Beispiel, dass Eidechsen der Schwanz nachwachsen kann, hat Studentin und Balu Olga Sonnenberg zusammen mit ihrem Mogli bei einer Walderkundung festgestellt. amb
Weitere Infos im Internet unter www.balu-und-du.de