Mit Beton und einer guten Idee aufs Podium: Trierer Schülerfirma Betrion zieht erfolgreiche Abschlussbilanz

Mit Beton und einer guten Idee aufs Podium: Trierer Schülerfirma Betrion zieht erfolgreiche Abschlussbilanz

135 Design-Betonlampen verkauft, 1200 Euro aus Versteigerungen gespendet und das zweitbeste Schüler-Unternehmen auf Landesebene geworden: Zwölftklässler der BBS Wirtschaft haben eine äußerst positive Abschlussbilanz ihrer Firma Betrion gezogen.

Trier. Am Ende jedes Geschäftsjahrs steht eine Hauptversammlung. Und während den Vorständen von VW bei deren Aktionärsversammlung der Schweiß angesichts des Abgassskandals auf der Stirn stand, gab es bei Betrion in Trier nur strahlende Gesichter. Die beiden Vorstände Steven Weiland und Jessica Lauck hatten allerdings auch nur Positiv-Nachrichten zu verkünden. Im Sommer 2015 hatten sie mit insgesamt 19 Zwölftklässlern des Wirtschaftsgymnasiums an der BBS für Wirtschaft Trier ihr Schüler-Unternehmen gegründet, hatten sich als Geschäftsidee auf Design-Betonlampen geeinigt - und gingen im November in den Verkauf.Imagefilm und Rendite


Am Tag der offenen Tür an der Schule waren alle 20 zu diesem Zeitpunkt produzierten Lampen schnell vergriffen, am Ende des Geschäftsjahrs hatte sich die Zahl auf 135 erhöht. "Damit hatten wir niemals gerechnet", sagte Weiland bei der Hauptversammlung. Mit ihrem Unternehmen nahmen sie am bundesweiten Junior-Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft teil. Durch geschicktes Marketing, 72 Anteilseigner und dank vielen Wirtschaftspartnern wurde Betrion zu einer Erfolgsgeschichte. Beim Landeswettbewerb in Mainz erreichten die Trierer Schüler den zweiten Platz und wurden sogar in einem eigenen Beitrag in der SWR-Landesschau gewürdigt.
Die Junior-Jury lobte nicht nur das Geschäftsmodell, sondern auch die Präsentation in Mainz. Dazu hatte Betrion sogar einen eigenen Imagefilm gedreht, der unter anderem die Produktion der Lampen zeigt.
"Neben unserer Schule ist die Betonprüfstelle, und da sahen wir die Quader - so war unsere Idee geboren", sagt Weiland. Gemeinsam mit PCI und der Handwerkskammer, wo die Gussformen entstanden, ging es in die Serienproduktion.

Aber bei allem Geschäftssinn vergaßen die Jung-Unternehmer nicht den guten Zweck. Sie ließen Betrion-Lampen von Trierer Künstlern gestalten, die dann im Möbelhaus Fesser versteigert wurden. Inklusive eines Losverkaufs kamen so 1200 Euro zusammen, die an den Weißen Ring, Krass e.V. und die SWR-Herzenssache gespendet wurden.
Und weil der Verkauf so gut lief, hätten die Anteilseigner, die ihre Aktie für zehn Euro gekauft hatten, am Ende eine üppige Rendite von 15 Euro erhalten. Alternativ konnten sie die Rendite spenden, was auch die meisten ankündigten.

Ein Drittel des Überschusses wird erneut gespendet, diesmal an "Annas Verein", das übrige Geld investieren die Betrion-Macher gleich in ihren nächsten Wettbewerb:
Im Herbst wollen sie zum Bundes-Schülerfirmen-Kontest nach Berlin. Auf der Website www.bundes-schuelerfirmen-contest.de kann man noch seine Stimme für die Trierer abgeben.
Kurzzeitig hatte man sogar überlegt, das Unternehmen außerhalb der Schule fortzuführen, aber: "Im nächsten Jahr machen wir alle Abitur. Das hat Vorrang, schließlich wollen wir ja so gut abschneiden, dass wir in Zukunft noch bessere Produkte noch häufiger verkaufen", sagte Weiland augenzwinkernd.Extra

Betrion-Vorstand Jessica Lauck erhielt bei der Landessiegerehrung eine ganz besondere Auszeichnung. Sie war bundesweit der 100 000. Teilnehmer am Junior-Wettbewerb. Ihr Preis: Sie durfte Michael Hüther, den Chef des Instituts der Deutschen Wirtschaft, einen Tag zu Geschäftsterminen in Brüssel begleiten. "Wir waren beim European Business Summit, dem EU-Rat und weiteren Geschäftsterminen - richtig spannend", sagte Lauck, für die dank Betrion feststeht: "Ich werde auf jeden Fall einen Job in Richtung BWL machen. Ich habe viel über Unternehmensführung und Teamfähigkeit gelernt, das will ich anwenden." BP

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