Mit dem Rammbock ins Mittelalter

Mit dem Rammbock ins Mittelalter

TRIER. Jetzt geht`s los: Heute beginnt der Ausbau des Frankenturms. Statt eines Spatenstichs hat die Trier-Gesellschaft eine ganz besondere Aktion vorbereitet: "Wir werden das Holztor an der Dietrichstraße mit schwerem Gerät einrammen und den Turm damit symbolisch öffnen."

Das Frankenturm-Projekt geht in die heiße Phase. Zwei Jahre wurde beraten, getüftelt, geplant. In einer Benefizaktion des TV stellten Leserinnen und Leser mit ihren Spenden die Finanzierung weitgehend sicher. Nun macht sich die Trier-Gesellschaft an die Realisierung ihres bislang ehrgeizigsten Vorhabens. Binnen neun Monaten soll das hochkarätige Mittelalter-Baudenkmal aus seinem Mauerblümchen-Dasein herausgeholt und per behutsamem Innenausbau fit gemacht werden für Besichtigungen und kleinere Veranstaltungen. Ihrem Motto "Klappern gehört zum Handwerk" bleibt die Trier-Gesellschaft auch zum Projekt-Start treu. Statt per "erstem Spatenstich" läutet der Denkmalrettungs-Verein die Bauphase mit "schwerem Gerät" ein. Vorstandsmitglied Herbert Tschickardt, Zimmerer- und Kreishandwerksmeister, hat eine Handramme "à la Mittelalter" gefertigt. "Damit werden wir am Freitag um 11 Uhr das Holztor an der Dietrichstraße einrammen und den Turm symbolisch öffnen", kündigt Vereinschef Gert Burscheid an. Für Spannung ist gesorgt: Zur Bedienung der Ramme sind sechs Männer nötig. Wer das sein wird, steht offiziell noch nicht fest. Burscheid: "Wir müssen das noch ausknobeln . . ." Die Trierer sind zur "Turmöffnung" eingeladen; im Anschluss lädt die Trier-Gesellschaft zu "Frankenturm-Wein" (halbtrockener Riesling von den Bischöflichen Weingütern) ein. Bereits heute soll der Abriss von überflüssigen und unhistorischen Bauteilen im Turm-Inneren beginnen. Zu den Neueinbauten zählen neben Technik und Toiletten unter anderem ein verglaster Eingangsbereich an der Stelle des Holztores, ein Galeriegeschoss und eine Beletage auf der Höhe des ursprünglichen romanischen Hauptgeschosses. Für die Planung zeichnet der Trierer Architekt Gerd Kintzinger verantwortlich; die Projekt-Kosten werden rund 280 000 Euro betragen. Die Voraussetzungen zum Bau hat der Stadtrat gestern Abend geschaffen, indem er den Ausbau offiziell als Schenkung an die Stadt annahm. Ebenfalls gab der Stadtrat seine Zustimmung zum Ausbau der Flächen rund um den Frankenturm auf städtische Kosten für rund 265 000 Euro. Am Freitag, 14. April 2007, will die Trier-Gesellschaft den Frankenturm ausgebaut an die Stadt Trier zurückgeben. Das ist der 25. Geburtstag des Denkmalrettungsvereins.