1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Mit Energie raus aus dem Abseits

Mit Energie raus aus dem Abseits

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Sanierung der Bastion in der Südallee: Der einstige Wehrturm hat einen Stromanschluss erhalten. Am Tag des offenen Denkmals am 11. September ist die sonst verschlossene Geschützkammer öffentlich zugänglich.

Trier. Jahrzehntelang stand die Bastion mehr oder weniger im Abseits. Einheimische wie Touristen schenkten dem von Efeu überwucherten Bau aus roten Sandsteinquadern nur wenig Aufmerksamkeit. Das hat sich in den vergangenen Wochen geändert - auch, weil das Bastion-Umfeld Baustelle war. Ein neuer Stromanschluss wurde gelegt und ein Zugang zur Freitreppe geschaffen, die zu dem im Boden versunkenen Untergeschoss führt. Alles Vorbereitungen, die dazu dienen, das historische Gemäuer wiederzubeleben und ihm die gebührende Aufmerksamkeit zu verschaffen.
Die Bastion ist eines der raren Relikte der Trierer Stadtmauer, die im späten 19. Jahrhundert großteils abgerissen wurde. Der um 1540 errichtete runde Wehrturm blieb von der Spitzhacke verschont. Allerdings nagt der Zahn der Zeit an dem historischen Gemäuer. "Um es zu retten, ist eine Mauerwerkssanierung nötig", berichtet Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani. Kostenpunkt: rund 22 000 Euro. Weil sich die Stadt dieses Projekt im Alleingang nicht leisten könnte, hat der Denkmalrettungsverein Trier-Gesellschaft seine Unterstützung angeboten. So wird die Bastion nun in bewährter städtisch-privater Kooperation auf Vordermann gebracht - ein Modell, das sich zuletzt bei der Restaurierung und Reaktivierung des Balduinbrunnens bewährt hat.
Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert das Projekt und rückt die Bastion am Tag des offenen Denkmals (Sonntag, 11. September) in den Blickpunkt: Feierlicher Abschluss der in Trier stattfindenden nationalen Eröffnungsveranstaltung ist ein Benefizkonzert der Deutschlandfunk-Reihe "Grundton D" (16.30 Uhr, Liebfrauenkirche). Das Vokalensemble Cantus Cölln führt geistliche Werke des Barockkomponisten Claudio Monteverdi auf. Der Erlös des Konzerts, das der Deutschlandfunk als Aufzeichnung sendet, fließt in die Restaurierung der Bastion.
Zur Feier des (Denkmal-) Tages wird dann der Wehrturm erstmals in seiner Geschichte auch im Inneren öffentlich zu besichtigen sein. Stadt-Denkmalamt und Trier-Gesellschaft bieten zwischen 12 und 16 Uhr Führungen an und erläutern, was es mit dem Souterrain auf sich hat: Dieser Raum diente einst als Kammer für die städtischen Geschütze, mit denen sich die Trierer im Belagerungsfall die Angreifer vom Leibe halten wollten. Der frisch gelegte Stromanschluss ermöglicht eine besucherfreundliche Ausleuchtung.
Die Mauerwerkssanierung beginnt erst nach dem Denkmaltag. Wann, steht noch nicht fest. Nach ihrer Runderneuerung soll die Bastion in Stadtführungen und Besichtigungsprogramme miteinbezogen werden - als wiederentdeckte Sehenswürdigkeit in Deutschlands ältester Stadt.