Mit Falco zum Erfolg

TRIER/SPEICHER/BERLIN. Mit Talent, harter Arbeit und glücklichen Zufällen hat Axel Herrig das geschafft, wovon viele träumen. Als Musical-Hauptdarsteller in "Falco meets Amadeus" feiert der in Trier geborene und in der Eifel aufgewachsene Künstler Triumphe.

"Wenn man in der Eifel aufwächst, ist schon der Gedanke an ein Gesangsstudium abwegiger als wenn man aus einer Großstadt kommt", sinniert Axel Herrig, der seine Kindheit in Speicher verbrachte. Der 42-Jährige lebt heute in Berlin und ist erfolgreicher Bühnenstar. Seit fünf Jahren verkörpert er den exzentrischen Popmusiker Falco im Musical "Falco meets Amadeus", neben Fernsehauftritten und zahllosen Engagements in Oper, Operette und Schauspiel. "Ich habe immer schon einen Hang zur Musik gehabt", sagt Herrig, der mit zwölf Jahren dem Musikverein in Speicher beitrat. Damals spielte er Schlagzeug, später brachte er sich Gitarre und etwas Klavier bei. Seine Schulzeit verbrachte er in Speicher, Trier und Daun. Er gründete eine eigene Rockband, die durch die Region tourte. "Nach dem Abi war ich der Einzige in der Band, der singen konnte und wollte das mit Gesangsstunden ausbauen." Der Zufall stand Pate

Damals stand der Zufall Pate. "Durch einen Bekannten aus einem Trierer Musikhaus kam ich zu Vera Ilieva und meiner ersten Berührung mit Klassik." Zu dieser Zeit leistete Axel Herrig seinen Wehrdienst in Daun und grübelte über die künftige Berufswahl: "Weil ich mal den Mephisto im Faust gespielt hatte, fühlte ich mich zum Schauspieler berufen." Doch Vera Ilieva riet ihm nach einem halben Jahr Unterricht, er solle an der Musikhochschule Köln vorsingen. Wie es der nächste Zufall wollte, war die Schwägerin seines damaligen Bundeswehr-Vorgesetzten Dozentin an der Aachener Abteilung, wo Herrig ein Vierteljahr später tatsächlich angenommen wurde. Mit Auszeichnung schloss der Bariton sein Gesangsstudium 1992 ab und ist seitdem im Engagement. Als großen persönlichen und künstlerischen Erfolg wertet er rückblickend die Hauptrolle des Marat in der gleichnamigen zeitgenössischen Oper von Walter Haupt. "Die habe ich sozusagen als Frischling gesungen, was schwer war. Ich bin als Kind nicht mit Musik aufgewachsen und musste mir die Klangbilder erst erarbeiten." Doch der endgültige Durchbruch kam mit Falco, zu dessen Rolle ihm außer Können wiederum zwei Zufälle verhalfen: Die frappierende Ähnlichkeit und der Anstoß seines Rollen-Vorgängers, sich deshalb zu bewerben. Obwohl populär, erfolgreich und ausgezeichnet als "Bester Rockmusical-Darsteller 2001", sieht Axel Herrig den Begriff "Superstar" für sich kritisch. Zu oft sei der missbraucht worden für junge Leute, die von geschäftstüchtigen Konzernen aus dem Nichts hochgeschossen seien und meist nicht wüssten, was es bedeute, diesen Beruf zu ergreifen. "Ein Schlag ins Gesicht für jeden, der ernsthaft dafür geweint und geschwitzt hat." Ihn selbst hat die Karriere einige Beziehungen und die Zeit für Hobbys wie Fechten oder Motorradfahren gekostet. Doch verändert habe ihn der Erfolg nicht. Nach wie vor komme er mehrmals jährlich nach Speicher, um Eltern und Freunde zu treffen. Es sei lustig, wenn es bei einem in Platt gehaltenen Schwätzchen hieße: "Ich habe dich gestern im Fernsehen gesehen." Falco meets Amadeus gastiert am 25. April in der Arena Trier, Infos über Axel Herrig unter: www. axel-herrig.de