Mit Hackbrett und Brummtopf

TRIER. Vier Bayern, mehr als ein Dutzend Instrumente und jede Menge feinsinnige Wortwitze: das Männerquartett "Mistcapala" verbindet Musik mit humoristischen Kabaretteinlagen.

Gerüttelt, geklappert, gezupft, geblasen oder gestrichen - um den mitgebrachten Musikinstrumenten Töne zu entlocken, lassen sich die vier Herren auf der Bühne einiges einfallen. "Mistcapala" nennen sich die bayrischen Musik- und Wortwitzvirtuosen, die im großen Saal der Tufa das Publikum begeistern. Für die musikalische Untermalung rückt das Herrenquartett mit allerlei Gerätschaften wie Hackbrett oder Brummtopf auf der Bühne an. Aus der Kleinstadt Landsberg am Lech sind die vier Entertainer in die Moselstadt gereist. "Nachgewiesenermaßen sollen in unserer Stadt die glücklichsten Menschen leben", verkündet Vitus Fichtl an der Gitarre. Ein wenig dieses Glücks wollen die bayrischen Provinzler an diesem Abend nun auch nach Trier bringen. Weil Klatschen der erste Schritt in die Lebensfreude ist, bieten sie der Zuhörerschaft einen Einführungskurs im begeisterten "spontanen" Klatschen auf Handzeichen. Wenn das Männerquartett seine Stimmen zum Gesang erhebt, erklingen skurrile bis sehr feinsinnige Texte. Ein Rentner berichtet von seinem Leid mit den lauten Nachbarn, Karl Heinz leidet bei einem Gelegenheitsjob im schweißtreibenden Goofy-Kostüm und eine Howard-Carpendale-LP sorgt für das rasche Ende einer beginnenden Romanze. Vom Scheitel bis zur Schuhsohle in schwarz gekleidet, bringen die vier einfallsreichen Musiktalente Missgeschicke und Tücken des Alltags auf den Punkt. In den ausgefallenen Texten verstecken Tom Hake, Vitus Fichtl, Armin Federl und Tobias Klug ein wenig Poesie und begleiten sie mit exzellent gespielter Musik. Als multinationales Sprachtalent entpuppt sich Tom Hake. Egal ob österreichischer oder schweizerischer Dialekt - Tom Hake kann sie alle. Mit seinen Kabaretteinlagen - als Zollbeamter an der Schweizer Grenze, der in dem unterfränkischen Dudelsack eine tote Ziege vermutet oder als moderner "Unlustknabe" in Lack und Leder - überzeugt er das Publikum. In der Pause schlüpft er in die Rolle des überlasteten Hausmeisters und klagt über unmenschliche Arbeitszeiten, rüpelhafte Musiker und Zuschauer, die die Konzertstätte gar nicht mehr verlassen wollen. Tobias Klug am Kontrabass outet sich als Landsberg-Ossi und verliert bei der aktuellen Eissorten-Auswahl in der heimischen Eisdiele leicht den Überblick. Armin Federl am Akkordeon sorgt für passende Stimmung mit seiner musikalischen Begleitung. Musik ohne den Verstärker bieten die bayrischen Kabarettisten. Das Publikum der Tufa feiert "Mistcapala" als Klangerlebnis und fordern eine Zugabe. "Da da da" ("ist der Ausgang") trällern die "Mistcapala"-Künstler zum Schluss und weisen diskret auf den Ausgang. Bis nach Landsberg am Lech ist es eben noch ein Stück.