Mit Schaufel und Hacke

TRIER. (red) Das mehr als 18 Meter hohe Silo, in dem die Stadtreinigung ihr Salz für den Winterdienst lagert, wird in Kürze abgerissen, weil das Metallgerippe so stark verrostet ist, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnt. Vorher rückten 18 Mitglieder des Technischen Hilfswerks (THW) zu einem außergewöhnlichen Einsatz aus.

Jeweils zwei Mann wurden wie Bergsteiger mit mehreren Gurten gesichert und an einem Seil in das Innere des Silos herabgelassen. Sie lösten das verkrustete Salz mit Schaufeln und Hacken und beförderten es nach unten, damit es durch die Trichter in Lastwagen rieseln konnte. "Das war die einzige Möglichkeit, das Salz vor dem Abbruch des Silos zu entfernen", erläuterte Helmut Müller, Leiter des Stadtreinigungsamts, den Einsatz an der Löwenbrückener Straße. In dem Silo mit einem Fassungsvermögen von rund 100 Tonnen Salz mussten noch mehr als 50 Tonnen entfernt werden. Das THW benötigte jeweils drei Männer, die oben auf einer Brücke standen, um einen Helfer nach unten schweben zu lassen und wieder hochzuziehen. Der Einsatz war so anstrengend, nicht zuletzt aufgrund der Wärme im Silo, dass die Helfer nach etwa 20 Minuten ausgewechselt wurden. Bei der Entscheidung, das Silo in Kürze abzureißen, spielten auch die derzeit hohen Schrottpreise eine Rolle. Das abtransportierte Salz für den Winterdienst wird zunächst in einer früheren Stadtwerke-Halle an der Werner-von-Siemens-Straße gelagert.