Mit Sport gelingt Integration viel einfacher

Mit Sport gelingt Integration viel einfacher

Projekte zur Integration von Flüchtlingen haben den Wettbewerb Sterne des Sports im Kreis Trier-Saarburg dominiert. Den ersten Platz, einen großen Stern, die Teilnahme am Landeswettbewerb und 1500 Euro Preisgeld sichert sich ein Flüchtlingsprojekt des FSV Trier-Tarforst.

Trier. Sportvereine "schaffen das": Das war die klare Botschaft der Kreis-Siegerehrung des Wettbewerbs Sterne des Sports am Donnerstagabend. Integration von Flüchtlingen gelingt einfacher durch Sport, und es sind nicht die großen Worte, sondern die vielen kleinen Taten, die die ausgezeichneten Projekte so wertvoll machen - das betonte Jurymitglied Norbert Friedrich, Vorstand der Volksbank Trier.
Da ist zum Beispiel Koorosh Bazyar, vor zwei Jahren selbst nach Deutschland geflüchtet und in Hermeskeil heimisch geworden. Er startete ein Fußball-Camp für Flüchtlingskinder beim Hermeskeiler SV, mittlerweile sind auch erwachsene Flüchtlinge in die Mannschaften des Hochwaldclubs integriert.
Für das Fußballcamp erhielten die Hermeskeiler genauso einen Sonderpreis in Höhe von 300 Euro wie der Verein Silvesterlauf Trier, der einen Spendenlauf in Trier organisierte. Dank der Kooperation mit anderen Vereinen, Partnern und Organisationen kam eine Spendensumme von 17 000 Euro zusammen, die gespendet wurde, um Flüchtlingen Deutschkurse zu ermöglichen.
Auch unter den drei Haupt-Preisträgern der 21 Bewerber waren zwei Integrationsprojekte für Flüchtlinge. 500 Euro erhielt der drittplatzierte SV Konz. "Im Frühjahr 2015 setzten wir uns mit Volkshochschule und Stadt zusammen und fragten uns: Wie können wir den Flüchtlingen helfen?", berichtet Walter Baer, der Leiter der Flüchtlings-AG im Verein, von den Anfängen. In Konz lebten ehedem schon 130 Nationen, der SVK war in der Integration geübt, 40 Prozent aller Jugendspieler haben einen Migrationshintergrund. Das Fußballtraining wurde zum erweiterten Deutschkurs, denn auf dem Feld musste Deutsch gesprochen werden. Mittlerweile nehmen 30 Flüchtlinge das Angebot kontinuierlich an, viele spielen nun in den Jugend- und Seniorenmannschaften des Fußballvereins.
Pädagogischer Ansatz


Der erste Platz (inklusive 1500 Euro Preisgeld und die Nominierung für den Landeswettbewerb) des Wettbewerbs, der bundesweit von Deutschem Olympischen Sportbund sowie Volks- und Raiffeisenbanken organisiert wird, ging an das Projekt "Ich und du". Das wird unter Federführung des FSV Trier-Tarforst organisiert und bietet Bewegungs- und Sportangebote für die Flüchtlingskinder, die in der Afa Dasbachstraße untergebracht sind. Koordiniert wird das Projekt von Theo Lamberts, dem ehemaligen Schulsportbeauftragten der ADD Trier. "Wir kooperieren mit Schulen oder dem Haus der Gesundheit, denn es geht nicht nur um Sport, sondern auch um den pädagogischen Ansatz", sagt Lamberts.
Zweimal zwei Stunden pro Woche leiten Übungsleiter die Sportangebote, entweder in der Arena oder den Sportstätten in Tarforst. "Das Projekt funktioniert nur so gut, weil wir so viele Mitstreiter haben", sagt Lamberts. Künftig sollen die Angebote auch auf jene Flüchtlinge ausgeweitet werden, die im Trierer Burgunderviertel ihre Bleibe gefunden haben. Der Traum der Macher: ein Streetsoccerplatz direkt in der Dasbachstraße.
Zwischen diesen Flüchtlingsangeboten landete der PST Trier mit einem ganz anderen Projekt auf Rang zwei (Preisgeld 1000 Euro). Der größte Trierer Verein hat sein Angebot im Bereich Rehasport komplett neu aufgestellt, bietet mittlerweile auch Kurse für Behinderte oder Blinde an. "Dass wir so erfolgreich abschneiden, damit hätten wir nie gerechnet", sagte Petra Schneider vom PST.
Weitere Sonderpreise (300 Euro) verliehen die Bankvorstände Friedrich und Nils Reh (Raiffeisenbank Mehring-Leiwen) sowie die Volksbank-Regionaldirektoren Andrea Follmann, Melanie Welsch, Günter Weber und Uwe Schubert an Fortuna Saarburg (Inklusionsprojekt für Behinderte), 1. FC Zemmer (Engagement für Frauen- und Mädchenfußball) und den SV Mehring (Sportabzeichentraining für Kinder, ebenfalls für den Landeswettbewerb qualifiziert).
Der Sportkreisvorsitzende Felix Jäger fand trotz der Bandbreite der prämierten Projekte dennoch kritische Worte: "Ich bin insgesamt von der Resonanz enttäuscht und erhoffe mir fürs nächste Jahr mehr Bewerbungen. Bei 350 Vereinen im Kreis sind 21 Bewerber sehr wenig." BP

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