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Mit Stimme, Charme und Tongefühl

Mit Stimme, Charme und Tongefühl

TRIER. Fröhliche Melodielinien, tanzende Rhythmen, schöne Stimmen und lustige Texte: Der A-cappella-Band "disHarmonists" zuzuhören, macht Spaß. Jetzt haben die Publikumslieblinge des Saarbrücker Katholikentags ein Mini-Album herausgebracht. Der Trierer Alex Felten singt den Bass – und Kostproben in der Trierer Innenstadt sind geplant.

Die Erfolgsleiter sind die vier Jungs quasi hinaufgestolpert: Bei ihrer Abiturfeier gaben Wolfram und Mischa - beide Jugendkammerchorsänger - ein kleines A-cappella-Programm zum Besten. Das Publikum war begeistert, und ein Herr aus dem Publikum buchte die beiden für den Geburtstag seiner Frau. "Wir haben uns gewundert, aber gedacht: ,Komm, die hundert Euro nehmen wir mit'", erzählt der klassisch ausgebildete Bariton Wolfram Hartleif von den Anfängen der Band. Nach dem Geburtstag kamen die Gigs

Zur Verstärkung des Geburtstagsauftritts kam Alex Felten dazu, der bis dahin in Rockbands gesungen hatte. "Mit viel Schwitzen und Aufregung haben wir den Auftritt hinter uns gebracht - und es hat großen Spaß gemacht!", erzählt der 23-Jährige, der in Trier eine Ausbildung zum Erzieher macht. Dann ging's Schlag auf Schlag: Nach dem Auftritt mit A-cappella-Standards wie "Mein kleiner grüner Kaktus" wurden die drei für eine hochoffizielle Veranstaltung im Koblenzer Rathaus gebucht. Um ein komplettes Quartett zu werden, kam Sängerkollege Christian dazu. Ein 60-Minuten-Programm wurde aus dem Boden gestampft, dreimal die Woche geprobt. Dann standen Show und Choreografie - die den Nerv des Publikums trafen: "Die Leute sind total auf unsere Musik abgefahren", sagt Tenor Mischa Firges und lacht: "So richtig konnten wir das ja nicht nachvollziehen." Buchungen für Hochzeiten, Geburtstage und Firmenfeiern, etliche Konzerte bei Koblenzer Stadtfesten und in Trier folgten, ein Auftritt im SWR-Fernsehen und im vergangenen Jahr ein Gig beim Rheinland-Pfalz-Tag in Bad Ems ebenso. Für Christian wurde der Rummel zu viel, seinen Platz in der Band übernahm Anfang des Jahres Allround-Künstler Matthias "Tisi" Vogt. Das Können der sympathischen Jungs, die professionellen Arrangements, die schönen Stimmen, die humorigen Texte und die Leichtigkeit, mit der die Vier ihre Show auf die Bühne bringen, sprachen sich offenbar herum: Das Bistum buchte die Band für den Saarbrücker Katholikentag. Schon beim Soundcheck müssen die Sänger Autogramme geben. 1500 Zuschauer kommen, die den Vier schnell aus der Hand fressen. Dabei singen die "disHarmonists" längst nicht mehr bekannte A-cappella-Standards nach, sondern haben ein komplettes selbst geschriebenes Repertoire. Es ist nicht nur die Qualität der Musik, die den Funken überspringen lässt, sondern auch die Späße, die lockere Choreografie, die Ausstrahlung der netten Jungs von nebenan. Ein bisschen wirkt die Show wie Improvisationscomedy mit Gesang. Und am zweiten Konzerttag kommen wieder 1500 Leute, die die Band sehen wollen. "Das war total verrückt, und es hat irren Spaß gemacht", sagt Wolfram. "Und nach Saarbrücken dachten wir: Jetzt oder nie!", ergänzt Alex, wie die Idee zum eigenen Album entstand.Fröhliches Ding-Dong, angenehme Stimmen

Herausgekommen ist die professionell gemischte und aufgemachte CD "angespielt" mit vier - natürlich selbst geschriebenen - Liedern. Die Texte sind harmlos, nichts Tiefgehendes oder Kritisches. Dafür viel rhythmisches "Ding-Ding" und "Dong-Dong", das einen fröhlichen Klangteppich legt, auf dem die angenehm unprätentiösen Stimmen mit viel Selbstironie von Alltags- und Liebesproblemchen erzählen. Die Musik erinnert an die Kölner A-capella-Stars "Wise Guys" und die harmlos frechen Texte an "die Prinzen". "angespielt" soll nur einen Vorgeschmack auf das große Album geben, dass im nächsten Jahr erscheint. Offenbar haben die vier jungen Musiker endlich Blut geleckt: "Eine richtige CD mit einem Cover, auf dem der Name der eigenen Band steht, in die Stereo-Anlage zu legen, ist schon ein unglaubliches Gefühl", sagt Alex. "angespielt" ist für fünf Euro erhältlich im Lesecafé am Dom, im Spielwarengeschäft Kreisel, Neustraße und im Musikhaus Reisser, Fleischstraße. Die "disHarmonists" treten am 2. September beim Koblenzer Schängelmarkt auf und haben für Trier Spontan-Auftritte in der City angekündigt.