Mit Witz und Tücke

"Männer sind wie Pfirsiche" - aus diesem Buch las Kolumnist Martenstein seinen Zuhörern vor und sezierte dabei den Feminismus, ohne die Männer zu glorifizieren.

Trier. (cofi) Kein Thema ist ihm so heilig, als dass er nicht mit spitzer Feder darüber schreiben könnte. "Zeit"-Kolumnist Harald Martenstein hat in seinem aktuellen Buch "Männer sind wie Pfirsiche" einige seiner Kabinettstücke gesammelt und führte das Publikum in der Buchhandlung Interbook in seine Sicht der Dinge ein. Harald Martenstein sinniert über die Sprache, das Leben, die Welt und sich selbst darin. Den Nährboden für seine Geschichten bereitet ihm der Alltag, und Martenstein fährt eine reiche Ernte ein. Selbst eine Lesereise durchs Bergische Land und seine Ausflüge in Bereiche ungeschminkten Sozial_Realismus bringen ihn "an magische Orte der Literatur" und geraten zur satirischen Nabelschau. Für Prostata-Probleme, Bärlauch-Blödigkeit und das eigene Befinden zwischen Eitelkeit und Depression findet Martenstein Worte und lehnt "vernutzte Formulierungen" ab.Aber was haben Pfirsiche mit Männern gemein und mit seinem Buch zu tun, in dem der Feminismus seziert wird, ohne dem Mann eine Glorifizierung einzuimpfen? Wohlklingend aber wenig thematisch

Einen so wohlklingenden, aber wenig thematischen Titel, wie die von Max Goldts Publikationen es sind, sollte sein Buch haben, erklärt Martenstein. Und doch: "Männer reagieren empfindlich auf Druck und die meisten sind behaart und außen doch nicht ganz so hart, wie Herbert Grönemeyer sie besingt", liefert er den Versuch einer Erklärung. Und so beschreibt er alte Männer als Väter und deren Ertauben in Generationenporträts. "Aber eigentlich heißt das Buch so, weil Bücher irgendeinen Titel haben müssen und der Titel die halbe Miete ist", macht Martenstein selbst daraus wieder eines seiner Kabinettstücke mit Witz und Tücke.

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