Mitarbeiter sollen auf Gehalt verzichten

Mitarbeiter sollen auf Gehalt verzichten

Mit der Umstrukturierung des Ökumenischen Verbundkrankenhauses ist auch ein harter Sparkurs verbunden: Im Jahr 2012 hat die Klinik im laufenden Betrieb ein Minus von rund 2,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Um von diesem Jahresdefizit herunterzukommen, werden nicht nur Abteilungen zusammengelegt, Doppelstrukturen abgebaut und der Stellenplan verschlankt.

Bei der jüngsten Mitarbeiterversammlung ist die Belegschaft nach TV-Informationen gebeten worden, sich mit Gehaltskürzungen einverstanden zu erklären.
Die ÖVK-Geschäftsführung hatte die Ärzte aufgefordert, auf 2,5 Prozent ihres Monatssalärs zu verzichten. Allen übrigen Mitarbeitern sollte das Weihnachtsgeld - das sich auf rund dreiviertel des Monatsgehalts beläuft - um die Hälfte gestrichen werden. So wollte die Klinikleitung pro Jahr rund 750 000 Euro einsparen.
Die Belegschaft hat die Gehaltskürzungen, mit denen eine Arbeitsplatzgarantie verbunden gewesen wäre, jedoch abgelehnt.
ÖVK-Geschäftsführer Ulrich Vetter bestätigt die TV-Informationen. "Ja, wir hatten die Mitarbeiterschaft gebeten, einen Beitrag zu leisten, um das ÖVK wieder auf einen guten finanziellen Weg bringen zu können." Nachdem die Mitarbeiter abgelehnt hätten, müsse man jetzt überlegen, wie das avisierte Sparpotenzial an anderer Stelle realisiert werden könne.
Über alternative Sparmöglichkeiten sei die ÖVK-Geschäftsführung mit der Mitarbeitervertretung im Gespräch, erklärt Vetter. Welche Sparmaßnahmen infrage kämen, könne er allerdings noch nicht sagen. Dass über Gehälter im nächsten Jahr erneut diskutiert werden müsste, könne nicht ausgeschlossen werden.
Fest steht, dass der Stellenplan bereits kräftig eingedampft wurde. Das Krankenhaus hat etliche Zeitverträge nicht verlängert oder Mitarbeiter nach Probezeiten nicht übernommen. Dazu kamen Dutzende Kündigungen seitens der Angestellten - darunter auch fünf Ärzte (der TV berichtete). Auf wie viele Stellen sich das Personaltableau - mit einst rund 850 Mitarbeiter an beiden Standorten - in Zukunft belaufen werde, steht laut Vetter noch nicht fest. Die künftige Personalstärke hänge davon ab, wie die neuen Strukturen und Angebote sich entwickeln und angenommen würden.
Mitarbeiter haben gegenüber dem TV beklagt, dass die Arbeitsbelastung durch die Kürzungen beim Personal stark gestiegen sei. ÖVK-Geschäftsführer Vetter dazu: "Im Vergleich zu anderen Krankenhäusern haben wir nicht weniger Mitarbeiter, auch anderswo wird in dieser Personalstärke - und auch darunter - gearbeitet." woc

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