Mittelmeerhafen an der Mosel

SCHWEICH. Die Boote und Yachten, die im Schweicher Hafen festgemacht liegen, hätten auch jedem Mittelmeerhafen gut zu Gesicht gestanden. Dass die Boots-Eigner den schönen Moselhafen anlaufen, freut die Veranstalter des 20. Internationalen Hafenfestes in Schweich umso mehr.

"Da in dem kleinen Boot sitzt ja ein Mann drin", wundert sich ein Dreikäsehoch. Tatsächlich: Aus einem größeren Modell schaut Heinz Hacker aus Wallmerod, ehemaliger Vize-Weltmeister im Schiffsmodell-Sport, raus. Doch damit nicht genug, Hacker schiebt den Aufbau elektrisch nach hinten und verwandelt seinen schwimmenden Untersatz in ein Cabrio, was dem Wetter auch angemessen ist. Petrus hält Wort, was die äußeren Bedingungen anbelangte und schickt - anders als im letzten Jahr - dem 20. Internationalen Schweicher Hafenfest diesmal allerschönstes Sommerwetter, von ein paar kühlenden, regenfreien Wolken einmal abgesehen. Und das wiederum - kombiniert mit einem attraktiven Programm - beschert dem veranstaltenden Yacht- und Wassersportclub (YWC) Schweich an drei Fest-Tagen einige tausend Besucher im Hafen (der TV berichtete). "Ohne unsere saarländischen Landsleute hätten wir bei diesem starken Andrang Schiffbruch erlitten", lobt Gisbert Guth, Vereinsvorsitzender aus dem saarländischen Neunkirchen die Helfer aus dem Nachbarland. Auch auf Besucherseite mischen die Saarländer kräftig mit. Das angenehme Ambiente erinnere sie an den Gardasee, meint eine Besucherin: "Man könnte meinen, in Urlaub zu sein." Urlaubsgefühle haben auch Erika und Manfred Reichard. Das "Bötchen" der Trierer liegt schon viele Jahre im Schweicher Hafen: "Wir fühlen uns hier wie zu Hause." Ideal sei auch der angegliederte Campingplatz. Mediterranes Flair lockt Besucher an

Es sei das mediterrane Hafenflair, was die vielen Besucher anlocke, findet der Vorsitzende: "Die Leute können hier Urlaubsluft schnuppern." Partystimmung herrscht an den Ständen im Hafengelände, aber auch auf den Booten und Yachten wird kräftig gefeiert. Vielfach haben die Bootseigner Verwandte oder Bekannte im Schlepptau. Die Besucher erfreuen sich an einem attraktiven Rahmenprogramm (begleitet von RPR), bei dem auch die Kleinen nicht zu kurz kommen. Die meisten Besucher erkunden das Gelände zu Fuß. Einzige Ausnahme: Dackel "Jakob" (17 Jahre) wird von Frauchen Karin Wagener (Luxemburg) gefahren. Mit einem Segensauftrag kommt Schweichs Pastor Edwin Prim zum Fest: "Auf speziellen Wunsch der Bootseigner sollen alle Boote gesegnet werden", erklärt Gisbert Guth und gibt mit schelmischem Blick dem Gottesmann den Wunsch mit: "Bitte kein Moselwasser beim Segnen verwenden, denn das gibt Flecken auf dem Boot." Die Teilnehmer für das Tretboot-rennen finden sich derweil auf der RPR-Bühne ein. Zusammen mit einem Prominenten treten sie in die Pedale. "Dem Sieger winkt ein Flug-Gutschein", sagt die gute Fee der Organisation, Anke Krämer-Gorges. Einmal bis zur Boje und zurück lautet der Fahrauftrag. Das attraktivste Duell ergibt sich zwischen Stadtbürgermeister Vitus Blang und Pastor Edwin Prim, frei nach "Don Camillo und Peppone". Sieger ist diesmal Don Camillo alias Edwin Prim, der mit großem Vorsprung gewinnt. "Ich bin zweimal um die Boje rum. Das war der Fehler", gesteht das Schweicher Stadtoberhaupt grinsend ein. Ebenfalls mit im Rennen: die Weinkönigin der Römischen Weinstraße, Alexandra Wagner. Dem wackeligen Boot wieder entstiegen, meint die Wein-Hoheit: "Im Wingert ist die Arbeit weniger schwer."