Infrastruktur : Rat stimmt über Funkmast ab

Es sieht so aus, als ob am Donnerstagabend eine jahrelange Diskussion zu Ende gehen könnte. Der Gemeinderat Mertesdorf will entscheiden, ob ein Sendemast gebaut werden darf.

Mobilfunknutzer in Teilen von Mertesdorf und Kasel schauen seit Jahren in die Röhre, wenn sie das D1-Netz benutzen wollen. Denn die Abdeckung ist in diesem Teil des Ruwertals verbesserungswürdig. Darin sind sich alle Beteiligten einig. Uneinigkeit besteht seit Jahren darüber, wo ein neuer Mast stehen soll.

Der Gemeinderat Mertesdorf trifft sich am heutigen Donnerstag um 19.30 Uhr zur Sitzung im Bürgerhaus. Unter Punkt 3 geht es offiziell um die Beratung und Beschlussfassung über den Abschluss eines Mietvertrags zur Errichtung einer Funkübertragungsstelle (Funkmast). Der TV stellt die Sachlage dar.

Was ist geplant? Auf einem gemeindeeigenen Grundstück oberhalb der Johannishütte möchte die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm GmbH einen 56 Meter hohen Mobilfunkmast bauen, um die Abdeckung in Mertesdorf und Kasel zu verbessern (der TV berichtete). Der Sender würde rund 290 Meter Luftlinie von den ersten Häusern des Ortes entfernt stehen.

Die Kritik In Mertesdorf hat sich eine Bürgerinitiative gebildet. Sie kritisiert unter anderem den Standort und bemängelt eine zu hohe Strahlenbelastung für die Anwohner. Die Kritiker befürchten eine Wertminderung von Immobilien und einen aus ihrer Sicht unnötigen Eingriff in die Natur. Als Alternativlösung schlagen sie vor, dass die Telekom den bestehenden Mast der spanischen Telefonica am Grüneberg nutzt, wo die Versorgung mit dem D 2-Netz sichergestellt wird. Und falls sich dies nicht umsetzen lässt, sollte der Sender an der Johannishütte unter anderem nicht mit voller Leistung arbeiten.

Die Ausgangslage vor der Sitzung Ortsbürgermeisterin Ruth Wilhelm geht davon aus, dass sich der Gemeinderat für den Bau des Funkmasts aussprechen wird. Sie sagt, dass es eine Gruppe von Bürgern gebe, die gegen den Mast sind. „Auf der anderen Seite wird von einer Mehrheit der Mertesdorfer ein besserer Mobilfunkempfang gefordert.“ Dass es trotz der langen Zeit noch keine Entscheidung  für oder gegen den Bau gegeben habe, hänge mit den langwierigen Verhandlungen zusammen. So habe die Ortsgemeinde beispielsweise erreichen wollen, dass nicht mit der maximal zulässigen Stärke gesendet wird. Doch die zuständige Telekom-Tochter sei nicht zu Kompromissen bereit gewesen. „Vermutlich auch deshalb, weil sonst an anderen Standorten mit Hinweis auf Mertesdorf Kompromisse gefordert würden.“ Auch die Idee, den Sender am Grüneberg zu nutzen, sei abgelehnt worden. „Denn die Telekom will Mertesdorf und Kasel versorgen.“ Und das gehe von dem bestehenden Sender aus nicht.