1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Möbel und Spielzeug fehlen noch

Möbel und Spielzeug fehlen noch

Bei einem Feuer in einem Achtparteienhaus auf Mariahof ist das Kinderzimmer von Leon und Mika Bettendorf völlig zerstört worden. Eine spontane Welle der Hilfsbereitschaft hat die Familie erreicht. Doch es mangelt noch an Schränken und Spielzeug.

Trier-Mariahof. Was Natalie Bettendorf vor acht Tagen erlebte, war ein Alptraum: Die MetzgereiFachverkäuferin freute sich auf ihren Feierabend und das gemeinsame Abendessen mit der Familie. Doch stattdessen traf sie auf Feuerwehrleute, die einen Brand im Kinderzimmer löschten. "Ich kann das alles immer noch nicht fassen", sagt die 40-Jährige.
Was war passiert? Leon, der Jüngste, hatte gezündelt. "Ich wollte gucken, wie gut ein Karton brennt", erzählt der Sechsjährige. Dann habe er gepustet, und die Flammen seien immer größer geworden. Ungezügelt wütete das Feuer und vernichtete Möbel und Spielzeug. "Gottlob haben die Rauchmelder Alarm geschlagen", sagt Familienvater Thomas Bettendorf. Der Hausmann erlitt eine Rauchvergiftung, die Kinder blieben unverletzt. "Die türkische Familie, die unter uns wohnt, hat direkt geholfen und die Kinder erst einmal aufgenommen", sagt Bettendorf.
Es entstand ein Schaden von 5000 Euro. Sehr viel Geld für die Familie, die vom Lohn der Mutter, der knapp über 1000 Euro liegt, Kindergeld, einem Zuschlag und einem Mietzuschuss lebt. "Wir haushalten so gut es geht und kommen rund", sagt Nathalie Bettendorf. "Wir brauchen keinen Flachbildschirm, der bringt auch keine anderen Bilder", sagt ihr Mann. Doch für Anschaffungen außer der Reihe, die nun nach dem Brand notwendig sind, bleibt kein Cent übrig.
Hilfsbereite Menschen aus dem Stadtteil, Verwandte und Bekannte haben der Familie schon spontan unter die Arme gegriffen: Kleiderspenden stapeln sich auf dem Boden des Wohnzimmers, das Abend für Abend zum Elternschlafzimmer umfunktioniert wird, damit die Kinder "ihr eigenes Reich" haben. Am schlimmsten war für Leon, dass Mikas "Ernie" verkohlte. Auch hier hat eine Bewohnerin aus dem Stadtteil schon für Ersatz gesorgt. "Er ist größer als mein alter", sagt Mika und drückt die Semsamstraßen-Figur fest an sich. Schwester Jennifer (11) trauert um ihren weißen Stoffhund.
Das Geschehene steckt allen noch in den Knochen. "Leon wacht nachts auf und brüllt ,Feuer\' und ‚Papa\'", sagt Natalie Bettendorf und kämpft mit den Tränen. Alle wünschen sich, dass bald wieder Normalität einkehrt. "Da wäre es auch hilfreich, wenn die Kinder Schränke hätten", sagt die vierfache Mutter. Es ist ihr unangenehm, um Hilfe zu bitten. Aber der Kinder zuliebe, springt sie über ihren Schatten.
Wer die Familie unterstützen möchte kann sich unter Telefon 0162/3608539 an Thomas Bettendorf wenden.