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Mongolenzelt in Flammen - Großfeuer auf dem Rioler Freizeitseegelände

Mongolenzelt in Flammen - Großfeuer auf dem Rioler Freizeitseegelände

Etwa 100.000 Euro Sachschaden sind in der Nacht zum Freitag, 30. November, auf dem Rioler Freizeitseegelände entstanden. Aus noch ungeklärter Ursache war ein leerstehendes asiatisches Rundzelt in Flammen aufgegangen und total zerstört worden. Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen.

Trauriges Ende einer erfolgreichen Startsaison im Zeltdorf am Rioler Freizeitsee: Am frühen Freitagmorgen gegen 1.30 Uhr bemerkte ein Anwohner starken Feuerschein über der leerstehenden Ansiedlung aus Rundzelten (Jurten) und alarmierte die Feuerwehr. Gleichzeitig verständigte er die Betreiber des Rioler Freizeitseegeländes, Günther und Gabriele Becker.

Als kurze Zeit später die ersten Kräfte der Feuerwehren Riol und Schweich eintrafen, stand das rund 60 Quadratmeter Grundfläche umfassende Rundzelt - es war die größte Jurte auf dem Platz - schon komplett in Flammen.
Nachbarzelte in Gefahr


Alexander Loskyll, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Schweich, spricht von einer kritischen Situation. Loskyll: "Durch die starke Hitze und den Funkenflug drohte der Brand auf die Nachbarzelte überzugreifen."
Die Feuerwehren Riol und Schweich, die von der Feuerwehr Fell mit einem Tanklöschfahrzeug unterstützt wurden, bekamen die Flammen schnell unter Kontrolle. Verhindert wurde so die Ausweitung des Brandes auf die 14 Nachbarzelte und die etwas oberhalb liegende Ansiedlung von neun hölzernen Ferienhäusern der Becker Freizeitsee GmbH. Zeitweise waren bis zu 40 Wehrleute am Einsatz beteiligt. Er dauerte mit den Nachlöscharbeiten bis gegen 3.30 Uhr. Menschen befanden sich bei Ausbruch des Feuers nicht auf dem Gelände.
Gabriele und Günther Becker, die Geschäftsführer der Becker Freizeitsee GmbH, wurden in Riol von der Feuersirene aus dem Schlaf gerissen. Kurze Zeit später erhielten sie Nachricht vom Brand auf ihrem Gelände und verständigten ihren Pächter und Zeltdorfbetreiber Harald Forster. Der Unternehmer aus Langweiler (Kreis Birkenfeld) eilte sofort aus dem Hunsrück nach Riol, wo er nur noch die rauchenden Trümmer seines einstigen Hauptzeltes vorfand. Forster im Gespräch mit dem TV: "Es war eine gute Startsaison 2012. Unsere letzten Zeltgäste haben wir Ende Oktober verabschiedet." Danach seien zwei kleinere Zelte vor dem Winter abgebaut und mitsamt Einrichtung im großen Hauptzelt verstaut worden.

"Nun ist das alles verbrannt und ich muss sehen, wie ich vor dem Beginn der kommenden Saison alles wieder ersetzt habe", sagt der Hunsrücker. Den Schaden an Zelten und Einrichtung schätzt er auf rund 100.000 Euro.
Über die Brandursache kann Forster nur Vermutungen anstellen. Fest steht: Die Zeltsiedlung ist eigens für Freunde naturnahen Urlaubs konzipiert. Elektrische Anschlüsse gibt es in den Unterkünften nicht - geschweige denn elektrische Geräte, die als Brandursache in Betracht kommen. Dies bereitet auch den Fach ermittlern der Trierer Kripo Kopfzerbrechen, zumal auch keine Materialien im Zelt lagerten. die zur Selbstentzündung neigen.
Präsidiumsprecher Karl-Peter Jochem: "Wir müssen die weiteren Ermittlungen abwarten, aber Brandstiftung ist nicht auszuschließen."Extra

Das Jurtendorf auf dem Rioler Freizeitseegelände stand nach langen Genehmigungsverfahren zur Feriensaison 2012 erstmals für Gäste bereit. Es handelt sich um 15 Rundzelte, zwischen 15 und 62 Quadratmeter groß. Das Angebot richtet sich an Gäste, die die Nähe zur Natur schätzen. Die stabilen und wetterfesten Rundzelte bestehen aus einem Holzgerüst, das mit Baumwolltuch, wärmedämmendem Wollfilz und einem wasserdichten Segeltuch abgedeckt wird. Den Boden bildet eine Holzplatte auf einem Kiesbett. Leicht entflammbar ist das Zeltmaterial nach Angaben von Wehrleiter Alexander Loskyll nicht. "Dann hätte noch vor unserem Eintreffen das gesamte Zeltdorf in Flammen gestanden. Aber die Nachbarzelte zeigten trotz enormer Hitze erst beginnende Schäden", sagt Loskyll. Das große Ausmaß des Brandes führt er auf die im Zelt eingelagerten Mengen an hölzernen Einrichtungsteilen aus den abgebauten Zelten zurück. Die Jurte ist das traditionelle Zelt der Nomaden in West- und Zentralasien. Besonders verbreitet ist sie in der Mongolei und in Kasachstan. f.k.