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Mordfall Beatrix Hemmerle aus Trier: Massengentest nach Mord

Fall Beatrix Hemmerle : Neuer Reihen-Gentest nach Mord an Triererin

Ermittler starten einen neuen Versuch, ein 30 Jahre zurückliegendes Gewaltverbrechen aufzuklären.

Bei der Fahndung nach dem bislang unbekannten Mörder der vor mehr als 30 Jahren in Trier getöteten Beatrix Hemmerle wird ein zweiter DNA-Reihentest gestartet. Dabei würden in den nächsten Wochen 300  Männer um eine freiwillige Speichelprobe gebeten, teilte die Polizei am Dienstag mit.  

Mordfall Beatrix Hemmerle aus Trier: Massengentest nach Mord
Foto: Privat

Beim im Sommer vergangenen Jahres gestarteten ersten Durchgang waren 140 Männer, die schon nach dem Gewaltverbrechen befragt worden waren, für den freiwilligen Gentest angeschrieben worden. „Es war kein Treffer dabei“, kommentierte ein Polizeisprecher das Ergebnis. Zwei der angeschriebenen Personen hätten keine DNA-Probe abgegeben, wozu sie aber auch nicht verpflichtet gewesen seien. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter aus dem persönlichen oder räumlichen Umfeld des Opfers Beatrix Hemmerle stammt. Dank neuer Analysemethoden konnten an damals sichergestellten Asservaten jetzt genetische Spuren identifiziert werden, die vom Täter stammen. Hintergrund der ungewöhnlichen Aktion ist der bislang nicht aufgeklärte Mord an der alleinerziehenden Triererin im August 1989.

Das Opfer, das im Stadtteil Kürenz nahe der Universität lebte, wurde in der Nacht zum 11. August in seiner Wohnung regelrecht niedergemetzelt. Der zwölfjährige Sohn fand die sterbende Mutter.  Der Täter wurde nie gefasst, obwohl die Polizei mit großem Aufwand ermittelte und über das brutale Verbrechen auch drei Mal in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ berichtet wurde. Zeugen werden gebeten, sich unter Telefonnummer 0651/9779-2480 an die Kriminalpolizei Trier zu wenden.

Ein so groß angelegter Gentest wie der jetzige ist äußerst selten. Vor zwölf Jahren wurden im Eifelkreis Bitburg-Prüm nach einer Vergewaltigung über 600 Männer zu einem Reihen-Gentest gebeten. Der Täter konnte erst Jahre später aufgrund einer DNA-Untersuchung bei einem anderen Sexualdelikt überführt werden.