Moselaner sangen an der Spree

Moselaner sangen an der Spree

Viel Lob und Anerkennung gab's für das Schweicher Vokalensemble. Bei einem geistlichen Chorkonzert in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche erhielten die Moselaner viel Beifall vom "Spree"-Publikum.

Schweich. (sbn) Die 30 Sänger und Sängerinnen samt ihrem Chorleiter Johannes Klar gestalteten auf Einladung von Professor Wolfgang Seifen, seit mehr als drei Jahren Titular-Organist der Gedächtniskirche, eine evangelische Abendmahlfeier mit Taufe und gaben am Abend ein Konzert."Das war ein Riesen-Erlebnis", da ist sich das Chorensemble einig. Vor allem die Atmosphäre in dieser Kirche, die das Wahrzeichen des freien Westens war und ist, sei auf ihre Art anrührend. "Vom Rucksacktouristen bis zum weiß verhüllten Schwarzafrikaner geben sich da alle Kulturen und Menschen unterschiedlicher Art die Klinke in die Hand", erzählt Chorleiter Klar.Das Vokalensemble sang vor etwa 400 Zuschauern die "Missa brevis" in F, opus 117, von Josef Gabriel Rheinberger (1839 bis 1901). Beim abendlichen Chorkonzert brillierten Mezzosopranistin Manuela Kopp und Organist Wolfgang Seifen mit Improvisationen, die das als Oktogon ausgebildete Kirchenschiff mit seinen tiefblau strahlenden Glasbausteinen gewaltig-voluminös beben ließen.Stücke unter anderem von Mendelssohn Bartholdy, Anton Bruckner und Friedrich Silcher untermalten die mystische blaue Atmosphäre des Raumes mit der über dem Altar schwebenden goldenen Plastik des "Auferstandenen".Überraschung zum Schluss und die allgemeine Erkenntnis, die Welt ist doch so klein: Mitten im Konzert in der Gedächtniskirche saß auch ein Ehepaar aus Föhren, das am Morgen bei seiner Berlin-Besichtigung über das Plakat mit der Ankündigung gestolpert war.