1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Wie geht es weiter mit Moselaufstieg und Ortsumgehung Zewen und Ayl?

Wie es weitergeht : Verkehrsprojekte auf dem Prüfstand: Wie geht es weiter mit Moselaufstieg und Ortsumgehung Zewen und Ayl?

Moselaufstieg, Ortsumgehung Zewen und Ortsumgehung Ayl. Welche Folgen hat es für diese Vorhaben, dass angeblich alle Verkehrsprojekte von der neuen Bundesregierung auf den Prüfstand gestellt werden?

Volker Wissing kann da weiter machen, wo er vor einigen Wochen aufgehört hat. Als liberaler Verkehrsminister war er Teil der rot-grün-gelben rheinland-pfälzischen Landesregierung. Inzwischen ist er nach Berlin gewechselt, wo er das Bundesverkehrsministerium in der rot-grün-gelben Bundesregierung verantwortet. Sein Ministerium spielt eine wichtige Rolle bei der Verkehrswende. Wer nun gedacht hätte, dass deshalb sofort alle Bauvorhaben eingestellt werden, ist auf dem Holzweg. So wie damals, als nach dem Eintritt der Grünen in die Landesregierung Gegner des Moselaufstiegs sicher waren, dass das im Bau befindliche Vorhaben doch noch gestoppt wird.

Viele Gegner der neuen Straße zwischen Konz und der A 64 bei Trierweiler haben sicher nicht nur insgeheim gehofft, dass nun alles anders wird. Denn im Koaltionsvertrag ist davon die Rede, dass ein Dialogprozess mit Verkehrs-, Umwelt-, Wirtschafts- und Verbraucherschutzverbänden gestartet werden soll, um sich auf Prioritäten bei der Umsetzung des geltenden Bundesverkehrswegeplans zu verständigen (siehe Info).

Offensichtlich sieht es nicht so aus, als sich die Vertreter der Interessenverbände schon einmal zeitnah einen Termin für solch einen Dialog freihalten müssen. Auf Anfrage heißt es aus der Pressestelle des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr, dass die drei Parteien der neuen Bundesregierung im Koalitionsvertrag vereinbart hätten, „auf Basis neuer Kriterien einen neuen Bundesverkehrswege- und Mobilitätsplan 2040 auf den Weg zu bringen“. Das Ministerium prüfe nun, „wie der komplexe Prozess hin zu einem solchen neuen Plan vorbereitet, ausgestaltet und zeitlich strukturiert werden kann und dazu Vorschläge erarbeiten.“

Straßenprojekte im Raum Trier - wie ist der Planungsstand?

Das Ministerium von Volker Wissing, der sich als Landesminister für den Bau der Moselaufstiegs zwischen dem Moseltal und den Eifelhöhen ausgesprochen hatte, hat also keinen Bau- oder Planungsstopp im Sinn. Wie sieht deshalb die Situation bei den aktuellen großen Straßenbauprojekten des Bundes im Raum Trier aus?

Ausbau der Biewerbachtalbrücke

Mobilitätsplan 2040 hin oder her. Proteste gegen den seit Jahren geplanten und immer noch terminierten Ausbau der Biewerbachtalbrücke im Zuge der A 64 hat es bisher nicht gegeben. Die vorhandenen Planunterlagen müssen jedoch größtenteils neu erstellt werden.

Moselaufstieg

Auch beim Moselaufstieg (B 51 Westumfahrung Trier) muss nachgearbeitet werden. Heiko Hengel vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier sagt, dass die bisher vorliegende Umweltverträglichkeitsstudie aktualisiert werde. Diese stammt aus dem ersten Versuch, einen Moselaufstieg zu bauen. Das Oberverwaltungsgericht Koblenz hatte 2005 jedoch zwei Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss stattgegeben, da wegen der Einstufung des Projekts in den weiteren Bedarf des damaligen Bundesverkehrswegeplans dessen Finanzierung in den kommenden zehn Jahren nicht gesichert und damit der Planfeststellungsbeschluss verfrüht sei 

Inzwischen steht das Vorhaben im vordringlichen Bedarf des aktuellen Bundesverkehrswegeplans. Für die neuen Planungen griff der LBM auf die alten Unterlagen zurück. Doch die entsprechen teils nicht mehr den Anforderungen. „Die erforderlichen Kartierungen sind bereits erfolgt, die Umweltverträglichkeitsstudie ist in Bearbeitung“, sagt LBM-Mann Hengel. Diese Studie ist Teil der Umweltverträglichkeitsprüfung. Dabei wird untersucht, welche Auswirkungen das Projekt auf so unterschiedliche Bereiche wie menschliche Gesundheit, Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft oder kulturelles Erbe hat. Die Untersuchungen für die Umweltverträglichkeitsprüfungen sind langwierig, weil sie in der Regel eine ganze Vegetationsperiode umfassen müssen.

Ortsumgehung Zewen

Bei den Planungen für die Ortsumgehung Zewen geht es möglicherweise schneller als geplant. So sei nach Auskunft von Hengel kein Raumordnungsverfahren notwendig. Der Landesbetrieb Mobilität kann diese Vorplanungsstufe überspringen. Deshalb beginnt direkt die Phase der Entwurfsplanung. Dabei geht es schon um Details der neuen Straße, die ungefähr in Höhe des Poco-Markts von der B 49 abzweigt und von dort aus zwischen Zewen und Oberkirch teils in einem Tunnel verläuft und in der Nähe der Oberkircher Kiesgrube wieder auf die Bundesstraße stößt. Die so genannte Faunistische Kartierung – für den Moselaufstieg bereits abgeschlossen – hat der LBM zwischenzeitlich beauftragt.

Diese Ortsumgehung soll nicht nur den Stadtteil Zewen vom Durchgangsverkehr entlasten. Sie spielt auch eine Rolle bei der Verkehrserschließung des geplanten Globusmarkts, der unweit der Umgehung gebaut werden soll.

Ortsumgehung Ayl

Auch bei den Planungen für die Ortsumgehung Ayl im Zuge der B 51 müssen die Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsstudie aktualisiert werden. Im vergangenen Jahr wurden laut LBM unter anderem Grundwassermessstellen errichtet.