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Moselaufstieg Trier-Zewen: Was passiert, wenn das Projekt nicht kommt?

Prognose : Was passiert, wenn der Moselaufstieg nicht kommt?

160 Seiten stark ist die neue Studie, die zeigt, wie sich die Verkehrsbelastung im Raum Schweich, Trier, Konz und Saarburg bis zum Jahr 2035 verändern wird. Der TV nennt weitere Details der Untersuchung, zu der sich Politiker Erklärungen wünschen.

Ingeborg Sahler-Fesel (SPD) und Bernd Henter (CDU) sitzen oft nicht auf demselben Pferd. In der Sitzung des Kreisausschusses Trier-Saarburg ist das anders gewesen. Beide äußern ihr Befremden darüber, dass sie erst aus dem Trierischen Volksfreund erfahren haben, dass eine seit Jahren angekündigte Verkehrsuntersuchung nun vorliegt. Die prognostiziert, wie sich die Verkehrsbelastung im Raum zwischen Schweich, Wasserbillig und Saarburg entwickeln wird. Und welche Auswirkungen es hat, wenn die Ortsumgehungen Zewen und Ayl und der Moselaufstieg gebaut werden sowie die Ehranger Brücke ausgebaut wird.

Partei spricht sich offen gegen den Moselaufstieg aus

Ob die neuen Straßen gebaut werden oder nicht, werden die Planfeststellungsverfahren zeigen. Und die Ergebnisse ziehen möglicherweise Gerichtsverfahren nach sich. Die Gemeinden, die von den Planungen direkt betroffen sind, werden zwar im Rahmen der Verfahren um Stellungnahmen gebeten. Entscheidend sind sie jedoch nicht. Das sieht in der Sitzung des Kreisausschusses Kathrin Meß (Die Linke) anders. Sie fordert, dass der noch einzustellende Klimaschutzmanager der Kreises den Moselaufstieg genau unter die Lupe nehmen müsse. Sie hält die Zahlen des Gutachtens, das im Auftrag des Landesbetriebs Mobilität erstellt worden ist, „für nicht belastbar“. Man könne überhaupt keine Verkehrsprognosen abgeben. Aussagen, die laut Bernd Henter ungetrübt jeder Sachkenntnis seien.

So offen wie Meß  hat sich sonst kein Redner gegen den Mosel­aufstieg ausgesprochen. Dabei haben sich SPD und Grüne immer vehement gegen die Straße zwischen Konz-Könen und der Autobahn 64 bei Trierweiler ausgesprochen. Gleichwohl hat der Kreistag Trier-Saarburg anders als der Stadtrat Trier bisher immer mehrheitlich für die neue Verbindung votiert. Einen ursprünglich geplanten Beschluss, dass sich der Landkreis für eine schnelle und zeitnahe Realisierung der Westumfahrung Trier (Moselaufstieg) und der Ortsumgehungen Ayl und Zewen ausspricht, ist nicht zustande gekommen. Denn die Mitglieder des Kreisausschusses wollen sich erst von einem Vertreter des LBM das Gutachten erklären lassen.

Das steht in der Verkehrsuntersuchung

Die Arbeit des Büros Vertec umfasst 160 Seiten. Dort wird berechnet, wie viele Fahrzeuge im Jahr 2035 wo unterwegs sind. Für den Fall, dass beispielsweise die Ortsumgehung Ayl und der Moselaufstieg gebaut werden. Es gibt auch Prognosen darüber, was passiert, wenn die Ortsumgehung und der Moselaufstieg nicht gebaut werden. „Nullfall“ nennt sich dieses Szenario, das in der Studie folgendermaßen dargestellt wird: Ausgehend vom Basisjahr 2018 rechnet das Büro mit 10,1 Prozent mehr PKW-Verkehr und 15,4 Prozent mehr Verkehr auf den Straßen zwischen Saarburg und Schweich. Auf der B 51 zwischen Konz und Trier wären dann an einem normalen Werktag 1700 Fahrzeuge mehr als im Bezugsjahr 2018 unterwegs, 3000 sind es mehr zwischen Konrad-Adenauer-Brücke und Zewen. Im Norden des Untersuchungsgebiets wird der Verkehr auf der A 64 um 4600 Fahrzeuge täglich im Vergleich zum Basisjahr zunehmen. Auf der A 602 in Höhe Ruwer sind es 1100 Fahrzeuge mehr.

Was das bedeutet, zeigt ein Vergleich der automatischen Zählstellen, die aktuell den Verkehr zählen. Zur Verdeutlichung: Auf der A 64 in Höhe Sauertalbrücke sind aktuell täglich 36 100 Fahrzeuge unterwegs. Zwischen Konrad-Adenauer-Brücke und Gewebegebiet Zewen werden es laut Modellrechnung dann 39 000 sein. Autobahnähnliche Zustände gibt es auch auf der Bundesstraße 51 unweit der Römerbrücke (43 300 Fahrzeuge). Die höchste Verkehrsbelastung wird für die A 602 vor dem Moseltaldreieck bei Schweich mit 56­ 600 Fahrzeugen täglich erwartet.